Die USA erheben 100-prozentige Zölle auf bestimmte Pharmaimporte und verschärfen Abgaben auf Stahl, Aluminium und Kupfer — doch Graphit bleibt erneut ausgenommen. Kein Zufall: 2024 war die USA bei Naturgraphit vollständig auf Importe angewiesen. Genau in diese Lücke will Graphite One stoßen.
Chinas Marktmacht als strategisches Druckmittel
Der Kern des Problems liegt in Peking. China kontrolliert rund 65 Prozent der Naturgraphitproduktion weltweit, über 75 Prozent des synthetischen Graphits und mehr als 90 Prozent des sogenannten sphärischen Graphits — der Schlüsselkomponente für Batterien. Diese Dominanz hat Peking bereits aktiv genutzt: Als Reaktion auf Trumps ursprüngliche „Liberation Day“-Zölle verhängte China Exportkontrollen auf Seltene Erden und weitete diese später auf Komponenten aus, die mit chinesischer Rohstofftechnologie hergestellt wurden. Betroffen waren dabei explizit Materialien für Lithiumbatterien und Graphit-Anodenmaterial — exakt das Segment, auf das Graphite Ones geplante Anlage in Ohio abzielt.
Washington kann es sich schlicht nicht leisten, Graphitflüsse zu beschränken, die es noch nicht selbst produziert. Die Zollausnahme ist daher kein Entgegenkommen, sondern ein Eingeständnis struktureller Abhängigkeit.
Regulatorische Fristen und Finanzierungsrahmen
Der politische Druck verdichtet sich zeitlich. Bis zum 13. Juli 2026 müssen Unterhändler über den Stand der Verhandlungen zu kritischen Mineralien berichten — so sieht es die Presidential Proclamation vom Januar 2026 vor, mit der Section-232-Maßnahmen eingeführt wurden. Trump hat sich das Recht vorbehalten, bei ausbleibendem Verhandlungserfolg Zölle auf verarbeitete kritische Mineralien zu verhängen. Zusätzlich prüft die Regierung Mindestimportpreise für bestimmte Mineralien — eine Maßnahme, die die Wirtschaftlichkeit inländischer Produzenten wie Graphite One direkt verbessern würde, da das Unternehmen bislang unter Chinas Niedrigpreispolitik leidet.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Graphite One?
Auf der Finanzierungsseite hat Graphite One im Februar 2026 ein öffentliches Angebot über C$35 Millionen abgeschlossen, geführt von BMO Capital Markets. Die Erlöse fließen in Design, Engineering, Genehmigungen und Ausrüstungskäufe für die Ohio-Anlage. Parallel dazu hat die US-Exportkreditbehörde EXIM das Unternehmen eingeladen, Darlehen in Höhe von 670 Millionen Dollar für die Graphite-Creek-Mine in Alaska sowie 1,4 Milliarden Dollar für das Ohio-Werk zu beantragen — insgesamt ein Finanzierungsrahmen von rund 2,07 Milliarden Dollar, der 70 Prozent der Kapitalkosten abdecken soll. Die Anträge sind für 2026 geplant.
Seltene Erden als Zusatzpotenzial
Ein weiterer Aspekt gewinnt an Bedeutung: Unabhängige Tests des Granat-Materials aus der Graphite-Creek-Mine zeigen erhöhte Gehalte an magnetischen und schweren Seltenen Erden. 85 Prozent der nachgewiesenen Seltenen Erden fallen in diese strategisch besonders relevanten Kategorien, darunter Dysprosium, Yttrium und Scandium. Für 2026 plant Graphite One ein Testprogramm mit einem US-Nationallabor zur Entwicklung von Extraktionsverfahren — ein Aspekt, der angesichts chinesischer Exportkontrollen auf Seltene Erden das Projekt strategisch aufwertet.
Die Aktie notiert aktuell rund 49 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch vom Januar 2026 und spiegelt damit die Unsicherheit wider, die Explorations- und Entwicklungsprojekte dieser Größenordnung typischerweise begleitet. Der Juli-Termin für die Section-232-Verhandlungen und der Fortschritt bei den EXIM-Darlehen werden die entscheidenden Wegmarken für das weitere Jahr sein.
Graphite One-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Graphite One-Analyse vom 3. April liefert die Antwort:
Die neusten Graphite One-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Graphite One-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 3. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Graphite One: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
