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Graphite One Aktie: Behörden-Freigabe trifft auf Kurssturz

Graphite One erhält grünes Licht für Luftemissionsprüfung in Ohio, doch der Aktienkurs fällt weiter und notiert technisch überverkauft.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Luftemissionsgenehmigung in Ohio als vollständig eingestuft
  • Geplante Produktion von 10.000 Tonnen Anodenmaterial jährlich
  • Kommerzieller Start des Werks für Q4 2027 anvisiert
  • Aktie seit Jahresbeginn um über 60 Prozent gefallen

Graphite One kommt einem wichtigen Ziel näher: einer eigenen Graphit-Lieferkette in den USA. Die Investoren feiern das aber nicht. Der Kurs steckt tief im Minus, technisch gilt die Aktie sogar als überverkauft.

Am 16. Juli 2026 gab das Unternehmen bekannt: Die Umweltbehörde von Ohio hat den Antrag auf eine Luftemissionsgenehmigung als vollständig eingestuft. Die Prüfung ist nun offiziell gestartet. Das ist eine notwendige Voraussetzung, bevor am geplanten Werk in Conneaut überhaupt gebaut werden darf.

Ohio-Werk rückt näher an den Baustart

Chief Operating Officer Mike Schaffner sieht in der Entscheidung ein Signal für die Qualität der eigenen Ingenieurs- und Genehmigungsarbeit. Die Anlage in Conneaut soll synthetisches Anodenmaterial für Lithium-Ionen-Batterien herstellen – ein Schlüsselbestandteil für Elektrofahrzeuge und Energiespeicher.

In der ersten Ausbaustufe plant Graphite One rund 10.000 Tonnen Jahresproduktion. Später soll die Kapazität auf 25.000 Tonnen synthetisches Graphit und Graphitierungsprodukte steigen. Der kommerzielle Start ist für das vierte Quartal 2027 vorgesehen – vorausgesetzt, Genehmigungen und Finanzierung stehen rechtzeitig.

Bereits im Mai 2026 hatte sich das Unternehmen den Standort in Conneaut gesichert. Im Juni folgte die Beauftragung von Ingenieurbüros für die Detailplanung und die Integration der Produktionslinien.

Strategie: Unabhängigkeit von Importen

Das Ohio-Werk ist Teil eines größeren Plans. Graphite One will eine vollständig integrierte, US-basierte Lieferkette für Graphit aufbauen. Der Hintergrund: Die USA sind aktuell zu 100 Prozent auf importiertes Naturgraphit angewiesen.

Die Verarbeitungsanlage in Ohio soll unabhängig vom Bergbauprojekt anlaufen. Das verschafft dem Unternehmen einen früheren Zugang zu Einnahmen, während parallel das vorgelagerte Projekt Graphite Creek in Alaska weiterläuft. Dort liegt nach Unternehmensangaben die größte bekannte Naturgraphit-Lagerstätte der USA.

Im Juli 2026 unterstützte Graphite One zusätzlich einen Umweltverträglichkeitsprüfungs-Prozess für Graphite Creek. Trotz dieses aufwendigen Zusatzschritts hält das Unternehmen am Ziel fest: Der kommerzielle Start der Naturgraphit-Förderung soll 2029 erfolgen.

Kurs unter Druck, Bewertung am Boden

Am Ohio-Fortschritt liegt es nicht – der Aktienkurs zeigt trotzdem eine deutliche Schwäche. Am Freitag schloss das Papier bei 0,50 Euro, nach einem Plus von 2,35 Prozent auf Tagessicht. Der Blick auf die Wochen davor relativiert die kurze Erholung: Seit Jahresbeginn hat die Aktie 60,16 Prozent verloren.

Der 14-Tage-RSI liegt bei 28,1 Punkten. Das deutet auf eine überverkaufte Situation hin. Gegenüber dem 52-Wochen-Hoch vom 28. Januar bei 1,59 Euro liegt der aktuelle Kurs 68,65 Prozent zurück.

Die Marktkapitalisierung ist auf umgerechnet rund 118,55 Millionen Euro geschrumpft. Damit bewertet der Markt Graphite One trotz laufender Genehmigungsfortschritte und einem klaren Zeitplan bis 2027 deutlich vorsichtiger als noch zu Jahresbeginn. Der Baustart in Conneaut bleibt der nächste konkrete Meilenstein, an dem sich zeigen wird, ob das Unternehmen den Zeitplan halten kann.

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Diskussion zu Graphite One

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.