Graphite One will eine amerikanische Lieferkette für Batteriegraphit aufbauen. Der Plan ist ehrgeizig: Mine in Alaska, Verarbeitung in Ohio, Abnehmer aus der Elektroautoindustrie. Ausgerechnet jetzt fällt ein möglicher Schutz gegen chinesische Konkurrenz weg. Der Termin Ende September wird damit zum Prüfstein.
Ohio soll der industrielle Kern werden
Das Unternehmen plant, in Alaska Graphitkonzentrat mit einem Reinheitsgrad von 95 Prozent herzustellen und dieses anschließend nach Ohio zu schicken. Dort soll eine modulare Anlage das Material zu batteriefähigem Anodenmaterial weiterverarbeiten; der Start ist für 2028 mit 48.000 Tonnen Jahreskapazität vorgesehen.
Später soll die Anlage deutlich größer werden. Für 2031 peilt Graphite One eine Jahresproduktion von 169.000 Tonnen Anodenmaterial an, genug für mehr als zwei Millionen mittelgroße Elektrofahrzeuge nach Unternehmensangaben.
Für die Aktie reicht diese Industriegeschichte derzeit nicht. Der Kurs liegt bei 0,75 Euro und damit seit Jahresbeginn rund 36 Prozent im Minus. Vom Hoch Ende Januar ist das Papier etwa zur Hälfte entfernt.
Zollpuffer fällt weg
Der politische Rückenwind hat nachgelassen. Eine US-Handelsuntersuchung zu chinesischem Graphit-Anodenmaterial endete ohne Strafzölle, nachdem die International Trade Commission keine erhebliche Schädigung der heimischen Industrie sah. Damit greifen die vom Handelsministerium ermittelten Anti-Dumping- und Ausgleichszölle nicht.
Das trifft den Investment Case an einer empfindlichen Stelle. China kontrolliert mehr als 95 Prozent der weltweiten Verarbeitung von Graphit-Anodenmaterial. Ohne Zollschutz muss Graphite One stärker über Timing, Finanzierung und industrielle Umsetzung überzeugen.
Der Konkurrenzdruck wächst ebenfalls. Zwei rivalisierende US-Graphitprojekte in Alabama und New York erhielten im Frühjahr FAST-41-Status. Das beschleunigt nicht automatisch die Produktion, verschafft diesen Projekten aber eine klarere Genehmigungsstruktur.
Alaska bleibt die Engstelle
Das Graphite-Creek-Projekt liegt rund 60 Kilometer nördlich von Nome in Alaska. Seit Juni 2025 läuft es als FAST-41-Projekt auf der bundesstaatlichen Genehmigungsschiene.
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Alle wichtigen Bundesgenehmigungen sollen bis zum 29. September 2026 vorliegen, damit der geplante Baustart 2027 erreichbar bleibt. Genau hier sitzt das größte operative Risiko.
Beim wichtigen Section-404-Verfahren gingen 301 Kommentare ein. Viele Einwände drehen sich um Staubbelastung, Eingriffe in traditionelle Nutzungsgebiete und Zweifel an den Umweltstudien des Unternehmens.
Rund 57 Prozent der Stellungnahmen äußerten Bedenken, mehr als ein Viertel lehnte das Projekt ab. Nur 16,6 Prozent sprachen sich unterstützend aus. Die Behörden planen derzeit eine schlankere Umweltprüfung, könnten aber auf ein umfassenderes Verfahren umschwenken.
Finanzierung mit Lücke
Die US-Export-Import Bank hat nicht bindende Interessensschreiben über 2,07 Milliarden Dollar ausgestellt. Das soll etwa 70 Prozent der geschätzten Projektkosten abdecken.
Formelle Kreditanträge sind für später im Jahr 2026 vorgesehen. Für den restlichen Finanzierungsbedarf verhandelt das Management mit großen nordamerikanischen Investmentbanken.
Kapital hat Graphite One zuletzt auch über eine Aktienplatzierung eingesammelt. Hinzu kommen strategische Signale: Taiga Mining hält knapp 20 Prozent, außerdem bestehen nicht bindende Abnahmevereinbarungen mit Lucid Group.
Ein möglicher Zusatzhebel liegt im Gestein selbst. Graphite One will 2026 mit einem US-Nationallabor testen, ob sich seltene Erden wirtschaftlich aus der Lagerstätte gewinnen lassen. Ein zweiter Erlösstrom würde die Projektrechnung verändern.
Der 29. September 2026 bündelt nun Genehmigungsrisiko, Finanzierung und Wettbewerbsdruck in einem Datum. Hält der Zeitplan, bleibt der Baustart in Alaska greifbar; kippt das Verfahren in eine längere Umweltprüfung, rückt die Ohio-Strategie zeitlich weiter nach hinten.
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