Politische Rückendeckung allein reicht an der Börse nicht aus. Das Pentagon stuft heimische Batterielieferketten neuerdings als nationale Sicherheitsfrage ein. Für Graphite One ist das ein starkes Signal. Die Aktie notiert dennoch 42 Prozent im Minus seit Jahresbeginn.
Ein neuer Bericht des US-Verteidigungsministeriums fordert gezielte Steuergutschriften und Co-Investment-Fonds. Das Ziel: Die Dominanz asiatischer Ausrüster brechen. Diese kontrollieren aktuell den Großteil des Marktes für Batterie-Produktionsanlagen. Parallel dazu verlängert die US-Regierung die Zollausnahmen für importierte Maschinen bis Ende 2026.
CEO Anthony Huston begrüßt diesen Schritt. Sein Unternehmen benötigt exakt diese Hochtemperatur-Anlagen für die geplante Fabrik in Ohio. Die heimische Industrie brauche Zeit zum Wachsen. Bis dahin sichern die Ausnahmen den Aufbau der eigenen Produktion.
Harte Frist im September
Investoren blicken derweil auf die operative Umsetzung. Hier tickt die Uhr. Das Vorzeigeprojekt am Graphite Creek in Alaska durchläuft ein spezielles Regierungsprogramm. Dieses beschleunigt zwar die Genehmigungsverfahren. Es setzt aber auch eine harte Frist. Bis zum 29. September 2026 muss die finale Entscheidung über die Minengenehmigung fallen.
Ein Selbstläufer wird das nicht. Lokale Gruppen leisten massiven Widerstand gegen das Projekt. Die Mine beeinträchtigt weitreichende Wasserressourcen. Stammesvertreter schlossen das Management bereits von lokalen Versammlungen aus. Kritiker reichten hunderte negative Stellungnahmen ein. Sie fürchten um ihre Kultur und Nahrungsquellen.
Warten auf den Durchbruch
Die Finanzierung steht auf einem soliden Fundament. Die US-Export-Import-Bank stellt unverbindlich über zwei Milliarden US-Dollar in Aussicht. Das Verteidigungsministerium schoss bereits 42 Millionen US-Dollar zu. Das Management verhandelt aktuell mit nordamerikanischen Investmentbanken über die restliche Summe.
Potenzielle Kunden testen bereits Materialproben. Unterschriebene Lieferverträge fehlen allerdings noch. Genau darauf wartet der Markt. Die Aktie schloss am Freitag bei 0,68 Euro. Damit notiert das Papier knapp 19 Prozent unter der 200-Tage-Linie.
Der späte September markiert den entscheidenden Wendepunkt. Erhält Graphite One die Genehmigung pünktlich, können die Bagger im Jahr 2027 rollen. Platzt der Zeitplan, verschiebt sich die gesamte Strategie einer rein amerikanischen Graphit-Lieferkette auf unbestimmte Zeit.
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