Graphite One packt eine mögliche Notiz an der NYSE oder NASDAQ in eine Aktionärsabstimmung. Gleichzeitig genehmigen die Anteilseigner ein millionenschweres Vergütungspaket für das Management. Die Botschaft: Das Unternehmen bereitet sich strukturell auf Wachstum vor, während der Aktienkurs weiter unter Druck steht.
Auf der Jahreshauptversammlung am 26. Juni 2026 stimmten die Aktionäre für einen erweiterten Omnibus-Vergütungsplan mit einer festen 20-Prozent-Grenze. Diese Zustimmung öffnete den Weg für konkrete Zuteilungen. Das Senior Management erhält 2.809.978 Restricted Share Units und dieselbe Anzahl an Performance Share Units. Ein externer Berater bekommt zusätzlich eine Million RSUs.
Vesting-Fristen bis 2029
Die Aktienzuteilungen waren bereits in einer Pressemitteilung vom 19. Mai 2026 angekündigt worden. Sie standen unter dem Vorbehalt der Aktionärszustimmung und einer Freigabe durch die TSX Venture Exchange. Beide Hürden sind nun genommen.
Für das Management vesten die RSUs in drei gleichen Tranchen: am 26. Juni 2027, am 19. Mai 2028 und am 19. Mai 2029. Der Berater erhält seine Anteile komplett zum Stichtag Juni 2027. Die PSUs wandeln sich erst 2029 in Stammaktien um — und nur, wenn das Unternehmen bestimmte Kursziele erreicht.
Nach diesen Zuteilungen zählt Graphite One nun 208.967.736 ausstehende Stammaktien. Hinzu kommen 8.207.984 RSUs, 7.683.250 PSUs und gut 10,7 Millionen Aktienoptionen im Rahmen des Omnibus-Plans.
Aktiensplit als Vorbereitung für US-Listing
Die Aktionäre bestätigten außerdem alle vorgeschlagenen Vorstandsmitglieder. PricewaterhouseCoopers bleibt Wirtschaftsprüfer für das kommende Jahr.
Bemerkenswerter ist ein anderer Beschluss: Der Vorstand erhält die Ermächtigung, einen Aktienzusammenschluss von bis zu zehn zu eins durchzuführen. Das Unternehmen will diesen Schritt nur dann gehen, wenn es tatsächlich eine Notierung an der NYSE oder NASDAQ anstrebt und die Mindestkursanforderungen dieser Börsen sonst nicht erfüllen kann. Graphite One betont ausdrücklich: Weder der Zusammenschluss noch das US-Listing sind bereits beschlossene Sache.
Kurs bleibt unter Druck
Am Freitag schloss die Aktie bei 0,63 Euro, ein Plus von 2,28 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht ein Zuwachs von 2,95 Prozent zu Buche. Der Monatstrend zeigt allerdings ein anderes Bild: minus 10,67 Prozent auf 30-Tage-Sicht.
Seit Jahresbeginn hat die Aktie fast die Hälfte ihres Werts verloren — 46,55 Prozent im Minus. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1,59 Euro, erreicht am 28. Januar 2026, trennen den aktuellen Kurs mittlerweile 60,63 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief von 0,42 Euro aus dem September 2025 liegt dagegen noch ein Polster von knapp 49 Prozent.
Der 14-Tage-RSI notiert bei 42,6 — im neutralen Bereich, ohne klares Überkauft- oder Überverkauft-Signal. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 43,57 Prozent zeigt: Der Titel bleibt schwankungsanfällig.
Alaska-Projekt als Kern der Strategie
Hinter den Kapitalmaßnahmen steht ein langfristiges Ziel: Graphite One will eine vollständig integrierte US-Lieferkette für Graphit aufbauen. Geplant sind der Abbau von Naturgraphit in Alaska und die Weiterverarbeitung zu hochwertigen Graphitmaterialien in einer geplanten Anlage in Ohio.
Die Graphite-Creek-Lagerstätte in Alaska gilt laut US Geological Survey als größtes bekanntes Naturgraphit-Vorkommen der Vereinigten Staaten. Das Material adressiert Schlüsselmärkte wie Lithium-Ionen-Batterien für Elektrofahrzeuge und stationäre Energiespeicher.
Die genehmigten Vergütungspakete und die Ermächtigung zum Aktienzusammenschluss zeigen, dass Graphite One organisatorisch auf eine mögliche US-Börsennotierung hinarbeitet. Ob und wann das Unternehmen diesen Schritt tatsächlich vollzieht, bleibt nach eigener Aussage offen.
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