Der Actionkamera-Pionier GoPro steht vor einer weitreichenden strategischen Neuausrichtung. Wie das Unternehmen am Montag bekannt gab, evaluiert das Board of Directors derzeit einen potenziellen Verkauf oder eine Fusion des Unternehmens.
Die Prüfung dieser strategischen Alternativen befindet sich nach Unternehmensangaben bereits in einem fortgeschrittenen Stadium. Auslöser für diesen Schritt sind die enttäuschenden Ergebnisse des zweiten Quartals 2026, in dem der Umsatz massiv einbrach und die Verluste weiter anstiegen.
Umsatz bricht um fast ein Drittel ein
Laut Reuters fiel der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 31 Prozent auf 105 Millionen US-Dollar. Damit verfehlte GoPro die Erwartungen des Marktes deutlich. Auch beim Absatz verzeichnete der Konzern einen herben Rückschlag: Rund 291.000 Kameras wurden im zweiten Quartal verkauft, was einem Rückgang von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der GAAP-Nettoverlust weitete sich in der Folge auf 51 Millionen US-Dollar aus.
Die Bruttomarge lag im Berichtszeitraum bei 30,2 Prozent. Dabei profitierte das Ergebnis von einer Erstattung von Zöllen in Höhe von 19 Millionen US-Dollar, während Belastungen für Bauteil-Verpflichtungen von 15 Millionen US-Dollar gegenläufig wirkten. Das bereinigte EBITDA wurde mit minus 29 Millionen US-Dollar angegeben.
Trotz der schwierigen Hardware-Verkäufe meldete GoPro einen Erfolg im Service-Geschäft: Die Quote der Abonnements bei Neukäufen erreichte mit 69 Prozent einen Rekordwert. Der Umsatz mit Abonnements und Dienstleistungen belief sich auf 29 Millionen US-Dollar.
Strategische Alternativen und neue Produktserien
Parallel zur Suche nach einem Käufer oder Fusionspartner setzt das Unternehmen auf die Erneuerung seines Portfolios. Die Kameras der neuen MISSION 1 Serie sowie kompakte Cinema-Kameras sind inzwischen weltweit online und im Einzelhandel verfügbar.
Für September plant GoPro zudem die Markteinführung der MISSION 1 PRO ILS. Bereits Ende Juli wurden zudem neue „Creator Edition“-Bundles und Firmware-Updates für das MISSION 1 System angekündigt, um die Attraktivität für professionelle Anwender zu steigern.
Das Ziel der laufenden strategischen Überprüfung ist laut GoPro die Maximierung des Shareholder-Value. Ob es tatsächlich zu einer Übernahme oder einer Fusion kommt, bleibt jedoch bis zum Abschluss des Prozesses offen.
An der Börse reagierten Anleger am heutigen Freitag mit deutlicher Zurückhaltung. Das Papier verzeichnet einen Kursrückgang von 7,2 Prozent und notiert bei 0,5140 Euro. Seit Jahresbeginn hat die Aktie damit bereits 60 Prozent an Wert verloren. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens beläuft sich aktuell auf rund 91,94 Millionen Euro.
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