Der chinesische Yuan könnte deutlich stärker sein als er ist. Goldman Sachs beziffert die Unterbewertung der Währung auf rund 25 Prozent gegenüber dem US-Dollar. Die Investmentbank sieht den fairen Wechselkurs bei etwa 5 Yuan je Dollar – aktuell notiert die Währung bei rund 7,06.
Bis 2026 rechnet Goldman Sachs mit einer deutlich stärkeren Aufwertung, als es die Terminmärkte derzeit einpreisen. Diese Einschätzung deckt sich mit den Erwartungen mehrerer großer Investmenthäuser, die für das neue Jahr erstmals seit 2023 wieder ein Unterschreiten der Marke von 7 Yuan pro US-Dollar prognostizieren.
Szenario einer goldgedeckten Währung
Die Saxo Bank geht in ihren provokanten „Outrageous Predictions“ noch einen Schritt weiter. Das Szenario: China legt massive, bisher nicht offengelegte Goldreserven offen – genug, um die USA zu übertreffen. Der Offshore-Yuan wird teilweise durch Gold gedeckt, Inhaber können ihre Bestände in physisches Gold eintauschen. Der Umrechnungskurs orientiert sich an einem USD/CNH-Verhältnis von rund 5,0.
Ein solcher „goldener Yuan“ könnte Ölproduzenten und asiatischen Zentralbanken Gold-Yuan-Swap-Linien bieten. Rohstoffgeschäfte – etwa Öl und Kupfer – würden in Gold abgerechnet. Mehr Energie- und Rohstofftransaktionen verlagern sich aus dem Dollar-System, US-Staatsanleihen werden reduziert. Die Folge laut Saxo Bank: Der Goldpreis steigt auf über 6.000 US-Dollar, während der Dollar an globalem Einfluss verliert.
Ölmarkt unter Druck
Während Gold von einem stärkeren Yuan profitieren könnte, steht der Ölmarkt vor Gegenwind. Brent-Öl verbuchte 2025 einen Jahresverlust von knapp 20 Prozent – der stärkste Rückgang seit 2020 und das dritte Verlustjahr in Folge. Ein derartiger Negativlauf ist beispiellos in der Brent-Geschichte.
BNP Paribas erwartet, dass Brent im ersten Quartal auf 55 Dollar je Barrel fällt, bevor sich der Preis im weiteren Jahresverlauf bei 60 Dollar stabilisiert. Der Grund: US-Shale-Produzenten konnten auf hohem Niveau absichern und werden ihre Förderung unabhängig von Preisschwankungen fortsetzen.
Die meisten Analysten rechnen für das kommende Jahr mit einem Angebotsüberschuss. Die Internationale Energieagentur geht von 3,84 Millionen Barrel pro Tag aus, Goldman Sachs von 2 Millionen. OPEC+ hat die Produktionssteigerungen für das erste Quartal 2026 pausiert, nachdem seit April bereits 2,9 Millionen Barrel täglich zusätzlich auf den Markt kamen.
Geopolitik als Unsicherheitsfaktor
Trotz fundamentaler Überversorgung sehen Experten geopolitische Risiken als Preisunterstützung. Morgan Stanley geht davon aus, dass OPEC+ erst bei Preisen im niedrigen 50-Dollar-Bereich weitere Kürzungen vornehmen würde. Solange die aktuellen Niveaus halten, dürfte die Gruppe nach der Pause im ersten Quartal die Produktionssteigerungen fortsetzen.
Die Energieberater von JTD Energy warnen davor, den „Trump-Faktor“ zu ignorieren. Mit Sanktionen gegen Venezuela, möglichen Angriffen auf iranische Anlagen und den Spannungen zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten wegen des Jemen-Konflikts bleibt das Pulverfass geladen.
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