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Gold: Zwei Kräfte, ein Schwebezustand

Geopolitische Hoffnungen und Zinsängste halten den Goldpreis in einer engen Spanne gefangen. Die Fed-Protokolle und die Iran-Diplomatie liefern keine klare Richtung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Goldpreis bewegt sich kaum
  • Iran-Gespräche ohne Durchbruch
  • Fed signalisiert mögliche Zinserhöhungen
  • EZB zwischen Inflation und Rezession

Der Goldpreis kämpft dieser Tage mit einem seltenen Patt: Geopolitische Hoffnung und Zinsangst halten sich nahezu die Waage — und keiner der beiden Treiber gewinnt die Oberhand.

Am Donnerstag notiert Gold bei rund 4.506 bis 4.538 Dollar je Feinunze, kaum verändert gegenüber dem Vortag. Das Bild täuscht über die Komplexität dahinter hinweg.

Iran-Diplomatie: Signal oder Lärm?

Die Friedensgespräche zwischen den USA und Iran sorgen für gemischte Signale. Einerseits hat Iran über Pakistan einen 14-Punkte-Vorschlag eingereicht, andererseits soll Irans Oberster Führer gefordert haben, das angereichertes Uran im Land zu behalten — ein Knackpunkt, der jede Einigung erschwert. Kurz darauf widersprach ein iranischer Regierungsvertreter dieser Darstellung. Das Ergebnis: Weder Entwarnung noch Eskalation.

Die Straße von Hormus bleibt derweil blockiert. Tanker dürfen nur mit Genehmigung der Revolutionsgarden passieren. Diese Realität stützt den Ölpreis — und damit die Inflationserwartungen.

Fed-Protokoll drückt auf die Stimmung

Genau hier liegt das zweite Problem für Gold. Die jüngst veröffentlichten Protokolle der Fed-Sitzung vom 28. und 29. April signalisieren, dass eine Mehrheit der Notenbanker Zinserhöhungen für möglich hält, sollte die Inflation hartnäckig über dem 2-Prozent-Ziel bleiben. Ein festerer Dollar und steigende Treasury-Renditen sind die direkte Folge — beides belastet das zinslose Edelmetall.

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Der Arbeitsmarkt gibt der Fed keinen Anlass zur Eile in die andere Richtung: Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen auf 209.000, die Arbeitslosenquote verharrte im April bei 4,3 Prozent.

Eurozone unter Druck

Aus Europa kommen zusätzliche Belastungssignale. Die Einkaufsmanagerindizes der Eurozone sanken im Mai auf den tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren — ein direkter Reflex des Iran-Kriegs. Die Bundesbank erwartet für Deutschland eine Stagnation im zweiten Quartal. Auch die EZB steht vor dem Dilemma: Inflationsdruck zwingt zur Straffung, schwaches Wachstum spricht dagegen.

Für Gold bedeutet das Umfeld: Der Rückenwind durch Krisenangst existiert, wird aber durch Zinserwartungen und einen starken Dollar konterkariert. Solange die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran keine konkreten Ergebnisse liefern — insbesondere zur Frage des angereicherten Urans und der Öffnung der Meerenge —, dürfte der Preis in dieser Spanne gefangen bleiben.

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Diskussion zu Gold

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.