Während die Zinspolitik der US-Notenbank Federal Reserve die Edelmetallmärkte in Atem hält, sorgen staatliche Zukäufe für ein wichtiges Gegengewicht. Am 30. September meldete die staatliche ghanaische Goldbehörde GoldBod Devisenerlöse von 1,871 Milliarden US-Dollar für den zurückliegenden Monat aus dem Handel mit Gold aus kleinem und handwerklichem Bergbau.
Davon flossen 1,170 Milliarden US-Dollar direkt an die Bank of Ghana zur Aufstockung der Währungsreserven. Für Oktober setzte die Behörde ein Devisenziel von 1,5 Milliarden US-Dollar fest.
Reservenaufbau bildet Puffer gegen Renditedruck
Die Meldung aus Westafrika reiht sich in das Bild anhaltender Akkumulation durch Zentralbanken ein. Gouverneur Johnson Asiama hatte zuvor berichtet, dass Ghanas offizielle Goldreserven von 24,4 Tonnen im Juni auf 25,2 Tonnen im August gestiegen seien.
Weltweit bleibt die Nachfrage staatlicher Institutionen ein zentraler Faktor: Nach Angaben des World Gold Council steigerte die People’s Bank of China ihre Bestände im August um 20 Tonnen – der höchste Zukauf des Landes innerhalb eines Monats seit Oktober 2023. Das Analystenteam Lina Thomas und Daan Struyven von Goldman Sachs schätzte die chinesischen Gesamtkäufe für Juli sogar auf rund 35 Tonnen.
Dieser physische Puffer steht einer anhaltenden Verunsicherung an den Terminmärkten gegenüber. Vor allem feste US-Anleiherenditen und ein robuster Dollar dämpften das Interesse an dem zinslosen Edelmetall. Am Freitag ging die Feinunze an den Spotmärkten bei 4.144,04 US-Dollar aus dem Handel, was einem Tagesminus von 0,8 Prozent entsprach. Mit diesem Niveau notiert Gold 26 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 5.598,58 US-Dollar.
Inflationsdaten rücken in den Fokus
Hintergrund der jüngsten Preisschwankungen bleiben die Erwartungen an den weiteren Zinspfad der Fed. Schwächere US-Arbeitsmarktdaten brachten zuletzt zwar eine kurze Atempause, änderten jedoch wenig an der grundlegenden Skepsis der Marktteilnehmer. Laut Daten der Derivatebörse CME lag die eingepreiste Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt im Oktober zeitweise bei knapp 71 Prozent.
Klarheit über den geldpolitischen Spielraum erhoffen sich Anleger nun von der Teuerungsentwicklung. Am 14. Oktober veröffentlicht das US-Arbeitsministerium den Verbraucherpreisindex für September.
Sollte der Inflationsdruck spürbar nachlassen, könnte dies den Erwartungsdruck auf die Notenbank mindern und dem Goldpreis frischen Spielraum eröffnen. Verharren die Daten hingegen auf hohem Niveau, dürfte das Tauziehen zwischen Zinsbelastung und physischer Zentralbanknachfrage anhalten.
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