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Gold: Zentralbanken kaufen 289 Tonnen

Gold konsolidiert nach Rallye: Zentralbanken kaufen kräftig, Privatanleger ziehen sich zurück. US-Inflationsdaten und Hormus-Verhandlungen bestimmen die Richtung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Goldpreis pausiert nach Wochenplus
  • Zentralbanken kaufen 289 Tonnen Gold
  • ETFs verzeichnen Abflüsse von 45 Tonnen
  • US-Inflationsdaten am Mittwoch im Fokus

Gold pausiert. Nach dem stärksten Wochenplus seit Jahresbeginn bewegt sich der Preis am Montag kaum. Der Markt wartet auf die US-Inflationsdaten am Mittwoch, während im Nahen Osten weiter über eine wichtige Handelsroute verhandelt wird.

Aktuell kostet die Feinunze 4.402,80 US-Dollar. Damit liegt Gold rund 7 Prozent über dem Niveau vor einer Woche. Der Aufwärtstrend bleibt intakt, doch der Markt sucht gerade seine nächste Richtung.

Zentralbanken kaufen, Privatanleger verkaufen

Am Goldmarkt zeigt sich derzeit ein Widerspruch. Private Investoren zogen im zweiten Quartal 2026 Geld aus physisch besicherten ETFs ab. Staatliche Institutionen kauften im selben Zeitraum kräftig zu.

Der World Gold Council registrierte für das zweite Quartal Netto-Zukäufe der Zentralbanken von 289 Tonnen. Das entspricht einem Plus von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Polen kaufte 51 Tonnen, China stockte um 33 Tonnen auf.

Aus Gold-ETFs flossen im gleichen Zeitraum rund 45 Tonnen ab. Die Zentralbanken kompensieren damit die schwache Nachfrage aus dem Schmucksektor und von privaten Anlegern. Sie wirken derzeit als wichtigster Preisstützer im Markt.

Straße von Hormus bleibt Unsicherheitsfaktor

Zusätzlichen Rückhalt liefert die Lage im Nahen Osten. Am Wochenende verhandelten Iran und Oman über einen neuen Mechanismus für die Schifffahrt durch die Straße von Hormus. Eine endgültige Einigung zur vollständigen Wiederöffnung steht noch aus.

Teheran knüpft eine komplette Öffnung an diplomatische Zugeständnisse der USA. Solange diese Frage offen bleibt, hält sich eine Risikoprämie im Goldpreis. Das begrenzt mögliche Rücksetzer nach der jüngsten Rallye.

Charttechnik zeigt nächste Marken

Ausgelöst hatte die Rallye der vergangenen Woche vor allem ein schwacher US-Arbeitsmarktbericht. Im Juli gingen 23.000 Stellen verloren – das dämpfte die Erwartungen an den Zinskurs der Federal Reserve deutlich.

Charttechnisch richtet sich der Blick nun auf den Widerstand bei 4.381 US-Dollar. Analysten von stock3 sehen bei einem Ausbruch darüber Potenzial bis in die Zone von 4.480 bis 4.510 US-Dollar. Nach unten gilt die Marke um 4.275 US-Dollar als wichtige Unterstützung für das kurzfristig bullische Bild.

Goldman Sachs bekräftigte am Montag sein Kursziel von 4.900 US-Dollar bis Dezember 2026. Die Bank sieht damit weiteres Aufwärtspotenzial von rund 11 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau. Bis dahin dürfte der Markt vor allem auf zwei Signale schauen: die US-Inflationsdaten am Mittwoch und den Fortgang der Verhandlungen um die Straße von Hormus.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.