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Gold: Zentralbanken kaufen 288,9 Tonnen

Schwache US-Arbeitsmarktdaten treiben Gold auf 4.401 Dollar. Zinserwartungen sinken, UBS sieht Potenzial bis 5.000 Dollar.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Goldpreis springt um 2,37 Prozent
  • US-Jobzahlen enttäuschen deutlich
  • UBS bekräftigt Kursziel von 5.000 Dollar
  • Zentralbanken und ETFs erhöhen Goldbestände

Ein enttäuschender US-Arbeitsmarktbericht hat dem Goldpreis am Freitag kräftigen Rückenwind verschafft. Das Edelmetall schloss bei 4.401,40 US-Dollar je Feinunze und legte damit an einem einzigen Handelstag um 2,37 Prozent zu. Auf Wochensicht steht ein Plus von 7,39 Prozent zu Buche – die stärkste Wochenperformance seit Monaten. Auslöser war der US-Arbeitsmarktbericht für Juli: Die amerikanische Wirtschaft baute überraschend 23.000 Stellen ab, während Ökonomen mit einem Zuwachs von 80.000 Jobs gerechnet hatten.

Schwache Jobdaten dämpfen Zinserwartungen

Die enttäuschenden Beschäftigungszahlen ließen die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Federal Reserve im September deutlich sinken – von 57 auf 43,9 Prozent, wie es am Freitag hieß. Die Fed hatte die Leitzinsen im Juli bei 3,5 bis 3,75 Prozent unverändert gelassen. Für Gold als zinslosen Vermögenswert wirken sinkende Zinserwartungen klassisch unterstützend, zumal auch der Dollar unter den schwachen Daten litt. Die kommende FOMC-Sitzung Mitte September gilt nun als entscheidender Termin für die weitere Richtung des Goldpreises. Marktbeobachter sprechen bereits von einem möglichen Trendwechsel bis Jahresende, sollte der Wochenschluss über der Marke von 4.300 Dollar Bestand haben.

Auch am Terminmarkt spiegelt sich die veränderte Stimmung wider. Aktuelle CFTC-Daten zeigen, dass die Netto-Long-Positionen spekulativer Anleger in der vergangenen Woche von 182,1.000 auf 197,6.000 Kontrakte gestiegen sind – ein Anstieg von 8,5 Prozent, der auf eine zunehmend bullische Positionierung der Terminmarktakteure hindeutet.

UBS sieht 5.000 Dollar bis 2027 – Zentralbanken und ETFs kaufen mit

Die Schweizer Großbank UBS bekräftigte nach den Jobdaten ihr Kursziel von 5.000 US-Dollar je Feinunze bis 2027. Gestützt wird diese Einschätzung von einer breiten Nachfragebasis: Zentralbanken kauften im zweiten Quartal 2026 rund 288,9 Tonnen Gold, ein Zuwachs von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr rechnen Marktbeobachter mit Käufen zwischen 750 und 1.000 Tonnen. China importierte im Mai 163 Tonnen Gold – der höchste Stand seit 26 Monaten – und die chinesische Zentralbank stockte ihre Reserven bereits den 19. Monat in Folge auf. Südkorea kaufte laut Berichten erstmals seit 13 Jahren wieder Gold für seine Reserven.

Parallel dazu kehren auch ETF-Investoren zurück. Nach Abflüssen im Mai und Juni verzeichneten globale Gold-ETFs im Juli Nettozuflüsse von 3 Milliarden US-Dollar, den stärksten Monat seit April. Die Bestände legten um 23 Tonnen auf 4.068 Tonnen zu, das verwaltete Vermögen erreichte 530 Milliarden Dollar. Europäische Fonds führten mit 2 Milliarden Dollar an Zuflüssen, gefolgt von Asien mit 616 Millionen und Nordamerika mit 71 Millionen Dollar. Diese Kombination aus offizieller und privater Nachfrage bildet das Rückgrat der aktuellen Rallye.

Minenkonzerne rüsten sich für neue Reserven

Der anhaltend hohe Goldpreis setzt auch die Förderindustrie unter Druck, neue Vorkommen zu erschließen. Newmont wies für das zweite Quartal einen freien Cashflow von rund 2,2 Milliarden Dollar aus und bestätigte seine Jahresprognose. Barrick Mining hatte bereits im ersten Quartal starke Zahlen vorgelegt, die Ergebnisse für das zweite Quartal folgen am 10. August. Nevada rückt dabei als traditionelles Fördergebiet wieder stärker in den Fokus der Explorationsbranche, unter anderem mit Projekten wie dem Prospect Mountain Mine Complex im Eureka District.

Trotz der jüngsten Dynamik bleibt der Blick auf das übergeordnete Bild aufschlussreich: Gemessen am Schlusskurs von Freitag notiert Gold weiterhin gut 21 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 5.586,20 Dollar, das Ende Januar erreicht wurde. Zum 52-Wochen-Tief von 3.310,10 Dollar aus dem August 2025 besteht dagegen ein Abstand von knapp 33 Prozent. Der jüngste Sprung zeigt damit vor allem, wie stark sich der Markt seit dem vergangenen Sommer erholt hat – die entscheidende Bewährungsprobe für die UBS-Prognose dürfte jedoch erst mit der Fed-Sitzung im September beginnen.

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Diskussion zu Gold

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.