Ein ungewöhnlicher Eingriff aus Washington bringt den Goldpreis in Schwung. Das US-Finanzministerium hat angekündigt, Anleiherückkäufe massiv auszuweiten. Die Folge: Der Dollar schwächelt, und der sogenannte Debasement-Trade lebt neu auf. Am Donnerstag schloss Gold bei 4.567,90 Dollar je Feinunze, ein moderates Minus von 0,3 Prozent zum Vortag.
Finanzministerium verdoppelt Anleihekäufe
Washington kündigte an, die Rückkäufe von 10-, 20- und 30-jährigen Anleihen im kommenden Finanzquartal mehr als zu verdoppeln. Auslöser war die Rendite 30-jähriger Staatsanleihen. Sie war zuvor auf den höchsten Stand seit 2007 gestiegen.
Mit dem Schritt will die Regierung die Zinsen am langen Ende der Kurve drücken. Für Goldanleger zählt vor allem ein Nebeneffekt: Sinkende Kreditkosten senken die Opportunitätskosten für das zinslose Edelmetall. Finanzminister Bessent hatte im Vorfeld höhere Limits für die FIMA-Fazilität der Federal Reserve gefordert. Genau diese Forderung ging der Entscheidung voraus.
Schuldensorgen treiben die Nachfrage
Viele Marktbeobachter sehen in der Intervention mehr als eine reine Technik-Maßnahme. Sie werten sie als Symptom eines tieferliegenden Problems der US-Staatsfinanzen. Steigende Defizitausgaben und der Verdacht, dass die Regierung Kreditkosten künstlich niedrig hält, stärken das Argument für Gold als Schutz vor einem schwächeren Dollar.
Auch die Geldpolitik bleibt im Blick. Das Protokoll der Fed-Sitzung vom Juli zeigte: Einige Notenbanker plädierten für Zinserhöhungen noch in diesem Jahr. Sie wollten damit stärkerem Inflationsdruck vorbeugen. Parallel dazu sorgt die Pattsituation zwischen den USA und dem Iran im Nahen Osten weiter für Unsicherheit.
Kurs konsolidiert auf hohem Niveau
Nach dem kräftigen Anstieg der vergangenen Tage kam die Rally kurz ins Stocken. Auf Monatssicht steht trotz der leichten Delle ein Plus von 10 Prozent zu Buche. Zum bisherigen Rekordhoch aus dem Januar fehlen dem Metall aktuell noch 18 Prozent.
Die Gemengelage bleibt komplex: fiskalische Eingriffe, eine gespaltene Fed und ein ungelöster Konflikt im Nahen Osten. Alle drei Faktoren wirken derzeit in dieselbe Richtung – zugunsten des Goldpreises.
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