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Gold: Warsh und Iran-Deal bremsen Rally

Straffere Geldpolitik und geopolitische Entspannung setzen Gold zu. Zentralbanken kaufen dennoch weiter.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Fed signalisiert mögliche Zinserhöhung
  • US-Iran-Abkommen drückt Gold als Krisenschutz
  • Notenbanken stocken Goldreserven auf
  • Gold notiert unter 50-Tage-Durchschnitt

Die erste Zinssitzung unter Fed-Chef Kevin Warsh hat Gold unter Druck gesetzt. Hinzu kommt eine diplomatische Annäherung zwischen den USA und dem Iran. Beides bremst den Aufwärtsimpuls — trotz strukturell starker Nachfrage der Zentralbanken.

Warsh signalisiert härtere Linie

Die Fed beließ den Leitzins bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Die Entscheidung fiel einstimmig aus. Allerdings deuten die Projektionen auf einen restriktiveren Kurs hin: Neun von 18 Fed-Mitgliedern erwarten für 2026 eine Zinserhöhung. Die US-Inflation lag im Mai bei 4,2 Prozent — Warsh hat also wenig Spielraum für Lockerungen.

Die Märkte preisen inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von 88 Prozent für eine Zinserhöhung im Dezember ein. Der US-Dollar-Index legte am Mittag um 0,7 Prozent zu. Das verteuert Gold für internationale Käufer direkt. Der Preis liegt aktuell bei rund 4.276 USD pro Unze — auf Wochensicht ein Plus von gut einem Prozent, seit Jahresanfang aber noch leicht im Minus.

Entspannung am Golf drückt Safe-Haven-Prämie

Parallel dazu unterzeichneten US-Präsident Trump und der iranische Präsident Pezeshkian ein Memorandum of Understanding. Es sieht eine Beendigung der Feindseligkeiten und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus vor.

Die Folge: Ölpreise brachen ein, Brent fiel auf rund 77,72 USD je Barrel. Gold verliert in solchen Momenten seinen Charakter als Absicherung gegen geopolitische Instabilität. Wer das Metall als Schutz gegen energiegetriebene Inflation hält, hat weniger Grund, dabei zu bleiben.

Zentralbanken kaufen — und holen heim

Das kurzfristige Bild ist eingetrübt, der RSI liegt bei 40,2 und Gold notiert deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von rund 4.566 USD. Strukturell sieht es anders aus.

Eine Umfrage des World Gold Council unter 74 Notenbanken zeigt: Die Institute kauften in den vergangenen vier Jahren durchschnittlich 1.000 Tonnen Gold pro Jahr — doppelt so viel wie im Jahrzehnt davor. 45 Prozent planen einen weiteren Ausbau ihrer Bestände. Neu ist dabei der Trend zur Heimlagerung: Rund 9 Prozent der Notenbanken haben bereits mehr Gold ins eigene Land zurückgeholt, weg von Institutionen wie der Bank of England oder der Fed.

Die Commerzbank hat ihr Kursziel für Ende 2026 leicht auf 4.800 USD gesenkt, erwartet für 2027 jedoch 5.200 USD. Charttechnisch bleibt die 200-Tage-Linie bei rund 4.450 USD die entscheidende Hürde — solange Gold darunter notiert, fehlt dem Aufwärtstrend das technische Fundament.

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