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Gold: Warsh übernimmt Fed am 16. Juni

Gold fällt auf 4.697 Dollar, belastet von hoher Inflation, neuem Fed-Chef Warsh und geopolitischen Spannungen. Zentralbanken kaufen weiter.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Goldkurs fällt auf 4.697 Dollar
  • Inflationsdaten schließen Zinssenkung aus
  • Kevin Warsh wird neuer Fed-Chef
  • Zentralbanken erhöhen Goldreserven

Drei Kräfte drücken gleichzeitig auf den Goldpreis — und keine davon ist kurzfristig lösbar. Der neue Fed-Chef, heiße Inflationsdaten und ein geopolitisch aufgeladener Gipfel in Peking bestimmen das Bild zum Ende dieser Handelswoche.

Gold schloss am Mittwoch bei 4.697 Dollar je Unze und liegt damit rund 14 Prozent unter dem Januar-Allzeithoch von 5.450 Dollar. Auf Sicht von 30 Tagen hat das Edelmetall knapp 3,5 Prozent abgegeben — trotz eines nach wie vor soliden Jahresplus von gut 8 Prozent.

Inflationsdaten schließen Zinssenkung aus

Der Erzeugerpreisindex stieg im April um 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr — nach 4,3 Prozent im März und deutlich über den Erwartungen. Einen Tag zuvor hatten die Verbraucherpreise mit 3,8 Prozent den höchsten Stand seit Mai 2023 gemeldet. Treiber ist der Energieschock infolge des US-iranischen Krieges, der den Tankerverkehr durch die Straße von Hormus behindert und Öl- sowie Benzinpreise nach oben getrieben hat.

Investoren haben eine Fed-Zinssenkung in diesem Jahr vollständig aus ihren Erwartungen gestrichen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg auf 4,49 Prozent, der Dollar-Index legte zu. Für Gold, das keine Zinsen abwirft, ist das eine direkte Belastung.

Warsh übernimmt in schwierigem Moment

Der Senat bestätigte Kevin Warsh diese Woche als 17. Fed-Vorsitzenden. Sein erstes FOMC-Meeting ist für den 16. und 17. Juni angesetzt. Warsh gilt historisch als Verfechter straffer Geldpolitik und hat seinem Vorgänger Powell vorgeworfen, die Niedrigzinspolitik nach der Pandemie zu lange aufrechterhalten zu haben.

Teile des Marktes interpretieren seine jüngsten Äußerungen als zinssenkungsfreundlich — eine Einschätzung, die Analysten aus seinen Aussagen ableiten, keine gesicherte Position. Beim letzten FOMC-Treffen im April deuteten drei Ausschussmitglieder an, dass der nächste Schritt ebenso gut eine Erhöhung wie eine Senkung sein könnte. Warsh übernimmt also keine einfache Ausgangslage.

Strukturelle Nachfrage als Puffer

Kurzfristiger Gegenwind trifft auf robuste Fundamentaldaten. Die globale Goldnachfrage lag im ersten Quartal 2026 mit 1.231 Tonnen zwei Prozent über dem Vorjahreswert. Zentralbanken kauften netto 244 Tonnen — ein Plus von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allein die Polnische Nationalbank stockte ihre Reserven um 31 Tonnen auf 582 Tonnen auf.

Chinas Zentralbank kaufte im April bereits den 18. Monat in Folge Gold dazu. Parallel laufen in Peking die Gespräche zwischen Trump und Xi Jinping — auf der Agenda stehen Handel, Technologie und die Frage, ob China seinen Einfluss auf den Iran nutzen kann, um die Straße von Hormus wieder zu öffnen. Ein Durchbruch dort würde den Energiepreisdruck mindern und damit einen der wichtigsten Inflationstreiber abschwächen.

Der LBMA-Konsens für 2026 liegt bei 4.742 Dollar je Unze — kaum oberhalb des aktuellen Kursniveaus. Solange Inflation und Renditen hoch bleiben, bleibt der Aufwärtsspielraum begrenzt. Ob der Pekinger Gipfel den Knoten löst, entscheidet sich in den nächsten Tagen.

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