Gold hat eine der volatilsten Wochen des Jahres hinter sich. Nach einem Lauf auf mehrmonatige Höchststände sorgte die mit Spannung erwartete Rede von Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole am Freitag für einen deutlichen Rücksetzer.
Reuters berichtete, dass der Goldpreis am Freitag um 3,2 Prozent auf 4.454,60 US-Dollar je Feinunze nachgab, nachdem Warsh Andeutungen zu möglichen Zinserhöhungsrisiken gemacht hatte. Auf Wochensicht summiert sich der Rückgang auf 4,2 Prozent.
Der Rücksetzer relativiert sich jedoch, wenn man den Zeithorizont weitet: Über 30 Tage steht für Gold noch immer ein Plus von 10 Prozent zu Buche. Der Kursverlauf der vergangenen Wochen zeigt damit ein Muster, das sich seit Mitte August wiederholt hat – kräftige Anstiege, getrieben von einem schwächeren Dollar und geldpolitischen Lockerungserwartungen, gefolgt von Gewinnmitnahmen vor wichtigen Terminen.
Zentralbanken als Fundament unter dem Preis
Während kurzfristige Nachrichten wie die Warsh-Äußerungen für Nervosität sorgen, bleibt die strukturelle Nachfrageseite intakt. HSBC-Analysten verwiesen bereits Mitte August darauf, dass anhaltende Zentralbankkäufe und die erneute Nachfrage institutioneller Anleger den Goldpreis stützen – ein Faktor, der laut den Analysten mit dazu beitrug, dass der Preis im August wichtige technische Widerstände überwinden konnte. Diese strukturelle Nachfrage wirkt wie ein Puffer gegen kurzfristige Verkaufswellen, wie sie zuletzt rund um die Jackson-Hole-Rede zu beobachten waren.
Bereits am 24. August hatte Reuters berichtet, dass Gold auf den höchsten Stand seit mehr als drei Monaten geklettert war, begünstigt durch einen schwächeren US-Dollar, technische Käufe und die vor rund zwei Wochen verdoppelten Anleiherückkaufmaßnahmen des US-Finanzministeriums.
Diese Ankündigung hatte bereits am 19. August für einen Kurssprung von 3,6 Prozent gesorgt, da sinkende Renditen und ein schwächerer Dollar Gold als zinslose Anlage attraktiver machten.
Warsh-Rede als kurzfristiger Belastungsfaktor
Die gestrige Verarbeitung der Warsh-Kommentare zeigt, wie sensibel der Goldmarkt weiterhin auf geldpolitische Signale reagiert. Bereits am 25. und 26. August hatten Gewinnmitnahmen und ein festerer Dollar vor den mit Spannung erwarteten Aussagen zu Belastungen geführt, nachdem US-Inflationsdaten im Rahmen der Erwartungen ausgefallen waren.
Der Fokus der Marktteilnehmer lag zunehmend auf dem weiteren Zinspfad der US-Notenbank – ein Thema, das den Goldpreis in den kommenden Wochen weiter prägen dürfte.
Trotz des jüngsten Dämpfers bleibt Gold nach den vergangenen zwölf Monaten deutlich im Plus, mit einem Zuwachs von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau. Die Wochensteigerung vom 21. August, damals die dritte in Folge, hatte gezeigt, dass Rückschläge im laufenden Umfeld bislang stets wieder aufgeholt wurden.
Ob sich dieses Muster nach der Warsh-Rede fortsetzt, hängt maßgeblich davon ab, wie die Fed ihre künftigen Zinssitzungen kommuniziert – ein Thema, das die Marktteilnehmer angesichts der angekündigten Reduzierung der Sitzungsfrequenz weiter genau beobachten werden.
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