Der 21. April ist mehr als ein Datum im Kalender. Es ist der letzte Tag des US-iranischen Waffenstillstands — und die Märkte wissen das.
Gold fiel am Montag zeitweise um bis zu zwei Prozent, bevor es sich bei rund 4.800 Dollar je Unze stabilisierte. Der LBMA-Referenzpreis schloss bei 4.809 Dollar, ein Minus von 0,51 Prozent gegenüber Freitag. Zum Wochenstart lasteten gleich mehrere Faktoren auf dem Edelmetall.
Hormus-Eskalation treibt Öl — und drückt Gold
Die Straße von Hormus bleibt der Brennpunkt. Präsident Trump bestätigte, die US-Marine habe ein iranisches Frachtschiff beschossen und geentert. Teheran griff seinerseits Schiffe an und beanspruchte erneut die Kontrolle über die Meerenge. Parallel dazu stieg Brent-Öl auf 96 Dollar je Barrel.
Das klingt paradox — doch der Mechanismus ist bekannt. Steigende Energiepreise treiben die Inflation. Höhere Inflation erhöht den Druck auf Zentralbanken, die Zinsen anzuheben. Und höhere Zinsen machen zinsloses Gold weniger attraktiv. Seit Kriegsbeginn liegt das Edelmetall knapp zehn Prozent im Minus.
Warsh vor dem Senat: Was er sagt, zählt
Am Dienstag um 10 Uhr Ortszeit beginnt die Bestätigungsanhörung von Kevin Warsh, Trumps Kandidat für den Fed-Vorsitz. Der Markt wartet auf ein Signal: Senkt Warsh die Zinsen, um die Wirtschaft zu stützen? Oder hebt er sie an, um die energiebedingte Inflation zu bekämpfen?
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Ein dovischers Ton würde Gold stützen. Ein hawkischer könnte weiteren Druck erzeugen. Der US-Verbraucherpreisindex stieg im März auf eine Jahresrate von 3,3 Prozent — der höchste Stand seit fast zwei Jahren. Spielraum für Zinssenkungen ist kaum vorhanden.
Institutionelle Käufer bleiben aktiv
Trotz der kurzfristigen Schwäche kaufen Zentralbanken weltweit weiter. Ihr Goldanteil an den offiziellen Reserven liegt inzwischen bei fast 20 Prozent, gegenüber rund 15 Prozent Ende 2023. Goldman Sachs hob das Kursziel für Dezember 2026 auf 4.900 Dollar an. JPMorgan sieht Gold bis Ende 2026 bei 5.000 Dollar.
Technisch hält die Marke von 4.800 Dollar als kurzfristiger Pivot. Ein nachhaltiger Rückgang darunter würde die nächste Unterstützung bei 4.645 Dollar ins Spiel bringen. Hält das Niveau, rückt der Widerstand bei 4.937 Dollar in den Blick — vorausgesetzt, der Waffenstillstand wird verlängert.
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