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Gold: Vierter Verlusttag in Folge

Starke US-Konjunkturdaten und ein fester Dollar setzen den Goldpreis unter Druck, trotz geopolitischer Spannungen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Gold fällt vierten Tag in Folge
  • Starker Dollar belastet Edelmetall
  • Zinssenkungshoffnungen schwinden
  • ANZ senkt Goldpreisziel auf 5.600 Dollar

Der Goldpreis steckt in einer unangenehmen Schwächephase. Vier Handelstage in Folge mit Verlusten — und das in einem Umfeld, das eigentlich für das Edelmetall sprechen müsste. Geopolitische Spannungen, steigende Ölpreise, schwelende Konflikte: Die klassischen Zutaten für eine Gold-Rally sind vorhanden. Trotzdem gibt der Preis nach.

Der Grund liegt beim US-Dollar. Der Greenback kletterte diese Woche auf ein Zweiwochenhoch, befeuert von einer Reihe überraschend starker US-Konjunkturdaten. Die US-Erzeugerpreise legten im April mit plus 6,0 Prozent im Jahresvergleich so stark zu wie seit vier Jahren nicht mehr. Auch die Verbraucherpreise übertrafen die Erwartungen deutlich mit einem Plus von 3,8 Prozent. Robuste Einzelhandelsumsätze rundeten das Bild einer hartnäckig heißen US-Wirtschaft ab.

Zinshoffnungen verdampfen

Für die Märkte bedeutet das: Die Federal Reserve dürfte die Zinsen deutlich länger hochhalten als erhofft. Das FedWatch-Tool der CME Group signalisiert inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von unter einem Prozent für eine Zinssenkung bis Jahresende — stattdessen gilt eine weitere Zinserhöhung mit rund 50 Prozent als reale Möglichkeit.

Gold trägt keine Zinsen. In einem Hochzinsumfeld verliert das Edelmetall gegenüber verzinslichen Anlagen an Attraktivität. Hinzu kommt der Währungseffekt: Ein stärkerer Dollar macht Gold für Käufer außerhalb der USA schlicht teurer.

Besonders auffällig ist das Paradox der aktuellen Lage. Die geschlossene Straße von Hormus, iranische Kräfte, die Schiffe vor den Vereinigten Arabischen Emiraten aufbringen, und ein US-Präsident, der offen militärische Optionen gegen Iran in Betracht zieht — das wäre in normalen Zeiten mehr als genug für einen Preisschub beim sicheren Hafen Gold.

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ANZ senkt Jahresziel auf 5.600 Dollar

Doch der Markt schaut derzeit woanders hin. Anleger beobachten den Gipfel zwischen Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping in Peking. Beide Seiten beschrieben die ersten Gespräche als konstruktiv, konkrete Durchbrüche blieben jedoch aus. Auch die Taiwan-Frage kam zur Sprache — Xi warnte vor ernsthaften Spannungen bei schlechtem Krisenmanagement.

Die australische Bank ANZ reagierte auf das veränderte Zinsumfeld und senkte ihr Goldpreisziel für Ende 2026 um 200 Dollar auf 5.600 Dollar. Als Begründung nannte sie steigende Inflationserwartungen, höhere Anleiherenditen und den festeren Dollar.

Auf Wochensicht verlor Gold rund 2 Prozent und notierte zuletzt bei rund 4.620 Dollar je Feinunze. Silber traf es noch härter — ein Wochenverlust von über 2,5 Prozent drückte den Preis auf rund 81 Dollar. Technisch bewegt sich Gold zwischen dem 21-Tage- und dem 50-Tage-Durchschnitt — ein Niemandsland, das wenig Orientierung bietet.

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