Nach dem schlechtesten März seit Jahren stellt sich am Goldmarkt eine bemerkenswerte Konstellation ein: Während Anleger massenhaft Positionen abbauen, heben die großen Banken ihre Kursziele auf Rekordniveaus an.
Banken sehen strukturellen Aufwärtstrend
Wells Fargo hat sein Jahresziel für Gold auf 6.100 bis 6.300 US-Dollar je Unze angehoben — eine Steigerung von rund 35 Prozent gegenüber dem vorherigen Zielband. Die Bank sieht in der Korrektur eine Kaufgelegenheit, keinen Trendwechsel. JPMorgan und UBS schließen sich mit Jahreszielen von 6.300 respektive 6.200 US-Dollar an. Lediglich HSBC mahnt zur Vorsicht und verweist auf eine weite Handelsspanne von 3.950 bis 5.050 US-Dollar, sollten geopolitische Spannungen nachlassen.
Die Argumentation der bullischen Banken fußt auf drei Säulen: mögliche Fed-Zinssenkungen, anhaltende Zentralbankkäufe und erhöhte politische Unsicherheit. Zentralbanken weltweit kauften 2025 rund 863 Tonnen Gold — ein Niveau auf Augenhöhe mit dem Rekord aus 2022. Allein die Volksbank von China baute ihre Bestände 15 Monate in Folge aus und hält mittlerweile 74,19 Millionen Feinunzen.
Abflüsse verstärken den Preisdruck
Das Bild auf der Anlegerseite ist deutlich weniger optimistisch. Aus dem SPDR Gold Shares ETF flossen im März rund 2,1 Milliarden US-Dollar ab. Trendfolgefonds reduzierten ihr Engagement aggressiv, nachdem die Positionierungsindikatoren von überkauften Niveaus unter neutral gefallen waren — ein Prozess, der den Preisrückgang wohl zusätzlich beschleunigt hat.
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Ein strukturell neues Phänomen verdient dabei Aufmerksamkeit: Stablecoin-Emittenten wie Tether haben sich als physische Goldkäufer etabliert. Mit rund 140 Tonnen Gold im Wert von geschätzten 24 Milliarden US-Dollar gehört Tether bereits zu den größten bekannten Goldinhabern außerhalb von Regierungen und Zentralbanken.
Makroumfeld bleibt belastend
Gegen die bullische Bankensicht stehen handfeste makroökonomische Gegenargumente. Die Fed hat für 2026 bislang nur eine einzige Zinssenkung signalisiert, was die realen Anleiherenditen stützt und den Dollar stärkt. Hinzu kommt der Konflikt im Nahen Osten: Steigende Energiepreise erhöhen den Inflationsdruck und dämpfen damit die Hoffnungen auf weitere geldpolitische Lockerungen. Ein stärkerer Dollar verteuert Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums zusätzlich.
Aktuell notiert Gold rund 14 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 5.450 US-Dollar und liegt auch unterhalb seines 50-Tage-Durchschnitts. Ob die Lücke zu den Jahresendkurszielen bis Dezember geschlossen werden kann, hängt maßgeblich davon ab, ob die Fed im zweiten Halbjahr doch stärker lockert — und ob die Zentralbanken ihr Kauftempo halten.
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