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Gold: US-Inflationsdaten am Mittwoch im Fokus

Gold steigt auf höchsten Stand seit Juni, getragen von Zinssenkungshoffnungen. Charttechniker warnen jedoch vor einer möglichen Bullenfalle.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Goldpreis erreicht Zwei-Monats-Hoch
  • Schwache US-Arbeitsmarktdaten stützen Gold
  • Inflationszahlen könnten Richtung vorgeben
  • Charttechniker warnen vor Bullenfalle

Der Goldpreis ist am Dienstag auf den höchsten Stand seit über zwei Monaten geklettert – bereits der dritte Handelstag in Folge mit Kursgewinnen. So hoch wie aktuell notierte das Edelmetall zuletzt Anfang Juni. Anleger positionieren sich damit vor den mit Spannung erwarteten US-Verbraucherpreisdaten, die am Mittwoch veröffentlicht werden.

Schwacher Arbeitsmarkt nährt Zinssenkungshoffnungen

Rückenwind erhält Gold von den jüngsten US-Konjunkturdaten. Im Juli büßte der amerikanische Arbeitsmarkt überraschend 23.000 Stellen ein, die Arbeitslosenquote liegt bei 4,1 Prozent. Die US-Notenbank hatte ihren Leitzins im Juli unverändert gelassen, allerdings votierten drei Mitglieder des Offenmarktausschusses für eine Erhöhung.

Die Chefin der Fed von Cleveland, Hammack, plädiert für mehrere, schrittweise Zinsschritte nach oben – eine Position, die den Markt vorsichtig hält, da höhere Zinsen zinsloses Gold tendenziell unattraktiver machen.

Genau deshalb richtet sich der Blick nun auf die Inflationszahlen für Juli, die am Mittwoch anstehen. Einer Bloomberg-Umfrage zufolge rechnen Ökonomen für den Monatsvergleich mit einem moderaten Anstieg von 0,1 Prozent. Volkswirte erwarten zudem, dass die Jahresrate der Verbraucherpreise von 3,5 auf 3,4 Prozent zurückgeht.

Am Donnerstag folgen dann noch die Erzeugerpreise. Fällt die Inflation schwächer aus als erwartet, dürften sich die Erwartungen an baldige Zinssenkungen verfestigen – ein klassisches Umfeld, in dem Gold historisch von seiner Rolle als zinsloser, aber inflationsresistenter Vermögenswert profitiert. Eine unerwartet heiße Inflationszahl könnte die Rally dagegen abrupt bremsen.

Charttechniker warnen vor Bullenfalle

Nicht alle Marktteilnehmer sind vom weiteren Kursverlauf überzeugt. Technisch orientierte Analysten verweisen darauf, dass der Goldpreis derzeit an einem wichtigen Widerstand kratzt – ein Bereich, an dem frühere Vorstöße bereits ins Leere liefen.

Die Sorge: Sollte der Ausbruch scheitern, drohe eine sogenannte Bullenfalle, bei der zunächst optimistische Käufer schnell wieder aus dem Markt gedrängt würden. Der aktuelle Anstieg allein reicht aus charttechnischer Sicht demnach noch nicht als Bestätigung eines nachhaltigen Trendwechsels.

Geopolitik und Ölpreis als zusätzlicher Unsicherheitsfaktor

Neben der Geldpolitik sorgt auch die geopolitische Lage für Nervosität an den Märkten. Die USA und der Iran ringen weiter um die Straße von Hormus, nachdem Präsident Trump erklärt hatte, die Meerenge sei vollständig von Minen geräumt und stehe unter amerikanischer Kontrolle.

Teheran fordert im Gegenzug Zugeständnisse und erwägt Gebühren für die Durchfahrt – die Hoffnungen auf eine rasche Einigung sind zuletzt spürbar gesunken. Parallel dazu kletterte der Ölpreis auf ein Monatshoch, was die insgesamt angespannte Risikostimmung unterstreicht.

Trotz der jüngsten Erholung bleibt der Goldpreis nach wie vor spürbar unter dem Rekordniveau, das während der akuten Kriegsphase erreicht wurde. Für die kommenden Handelstage dürfte damit vor allem eines entscheidend sein: Wie fällt die US-Inflationszahl am Mittwoch tatsächlich aus – und bestätigt sie den Pfad Richtung sinkender Zinsen, den die schwachen Arbeitsmarktdaten bereits andeuten?

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Diskussion zu Gold

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.