Vier Gewinntage in einer Nacht ausradiert. Trumps Primetime-Ansprache am Donnerstag, in der er für die nächsten zwei bis drei Wochen aggressivere Militärschläge gegen Iran ankündigte, beendete die Erholungsrally des Edelmetalls abrupt. Von einem Waffenstillstand war keine Rede.
Gold fiel daraufhin um bis zu 2,3 Prozent auf rund 4.691 Dollar je Unze — und kehrte damit einen früheren Tagesgewinn vollständig um. Noch am Dienstag hatte der Preis um 3,5 Prozent zugelegt, den stärksten Einzeltagesanstieg seit Ende Januar, getragen von Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung im Iran-Konflikt.
Liquidierungen und ein stärkerer Dollar
Trumps Rede löste eine Kettenreaktion aus: Aktien reagierten kaum, Öl sprang an, der US-Dollar-Index legte um 0,5 Prozent zu. Für Goldhalter in anderen Währungen bedeutet das sofort höhere Einstiegskosten — ein klassischer Gegenwind.
Hinzu kommt ein Muster, das sich seit Kriegsbeginn wiederholt: Investoren verkaufen Goldpositionen, um Verluste in anderen Assetklassen auszugleichen. Die Sorge, dass steigende Energiepreise die Zentralbanken weltweit zu erneuten Zinserhöhungen zwingen könnten, belastet das zinslose Edelmetall zusätzlich.
Zentralbanken drehen die Richtung
Strukturell kommt neuer Druck aus einer ungewohnten Ecke. Zum ersten Mal seit mehr als 20 Jahren verkaufen Zentralbanken netto Gold — nicht um Portfolios umzuschichten, sondern aus fiskalischer Not.
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Russland hat allein in Januar und Februar rund 500.000 Unzen abgestoßen, die Reserven liegen auf einem Vierjahrestief. Die türkische Zentralbank verkaufte und verpfändete in den zwei Wochen nach Kriegsbeginn rund 60 Tonnen Gold im Wert von über 8 Milliarden Dollar, vorrangig zur Verteidigung der Lira. Analysten von Natixis sehen darin einen klaren Zusammenhang: Zentralbanken liquidieren Gold, um Notfall-Energieeinkäufe zu finanzieren und den Druck steigender Ölpreise auf ihre Währungen abzufedern.
Hohe Kursziele, trübe Gegenwart
Trotz des Gegenwinds halten große Banken an ambitionierten Jahreszielen fest. Goldman Sachs bestätigte Ende März sein Ziel von 5.400 Dollar zum Jahresende — gestützt auf anhaltende Zentralbankkäufe von durchschnittlich 60 Tonnen pro Monat und zwei erwartete US-Zinssenkungen. Wells Fargo geht noch weiter und peilt 6.100 bis 6.300 Dollar an, ein Aufschlag von rund 35 Prozent gegenüber der vorherigen Prognose.
Ob diese Ziele realistisch bleiben, hängt auch von den US-Arbeitsmarktdaten ab, die am Freitag veröffentlicht werden. Sie dürften Hinweise darauf liefern, wie viel Spielraum die Federal Reserve für Zinssenkungen tatsächlich hat — und damit einen zentralen Treiber für die weitere Richtung des Goldpreises neu kalibrieren.
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