193 Milliarden US-Dollar. So viel war die globale Goldnachfrage im ersten Quartal 2026 wert — mehr als je zuvor in einem einzelnen Quartal. Der World Gold Council hat Ende April die Zahlen vorgelegt, und sie erzählen eine Geschichte über verschobene Kräfteverhältnisse im Goldmarkt.
Preis multipliziert die Volumina
Das Volumen wuchs moderat: 1.231 Tonnen, ein Plus von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Den Sprung im Wert erklärte der Durchschnittsgoldpreis von rund 4.873 US-Dollar je Unze — ein Quartalshöchstwert. In Kombination mit stabiler Nachfrage ergab das einen Wertanstieg von 74 Prozent im Jahresvergleich.
Aktuell notiert Gold bei 4.575 US-Dollar je Unze und liegt damit rund 5 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresanfang steht trotzdem ein Plus von gut 5 Prozent zu Buche.
Zentralbanken und asiatische Privatanleger treiben die Nachfrage
Zentralbanken kauften im ersten Quartal netto schätzungsweise 244 Tonnen — mehr als im Vorquartal und mehr als der Fünfjahresdurchschnitt. Größter Einzelkäufer war die Polnische Nationalbank mit einem Zukauf von 31 Tonnen auf nun 582 Tonnen Gesamtbestand. Das ist bemerkenswert, da Notenbankchef Glapiński öffentlich über mögliche Goldverkäufe gesprochen hatte. Die Volksbank von China stockte um 7 Tonnen auf 2.313 Tonnen auf.
Die Privatnachfrage nach Barren und Münzen stieg um 42 Prozent auf 474 Tonnen — der zweithöchste Quartalswert überhaupt. China stach dabei heraus: 207 Tonnen, ein neuer Rekord, weit über dem bisherigen Spitzenwert von 155 Tonnen aus dem zweiten Quartal 2013. Indien, Südkorea und Japan zogen ebenfalls an.
Gold-ETFs verzeichneten Zuflüsse von 62 Tonnen, allerdings bremsten erhebliche Abflüsse aus US-notierten Fonds im März das Tempo spürbar.
Schmuck verliert Volumen, gewinnt Wert
Ein struktureller Bruch zeichnet sich ab: Die Schmucknachfrage brach volumenmäßig um 23 Prozent ein — hohe Preise dämpfen die Mengen. Die Ausgaben für Goldschmuck stiegen jedoch um 31 Prozent, was zeigt, dass die Zahlungsbereitschaft intakt bleibt. China, Indien und der Nahe Osten waren am stärksten betroffen.
Die Minenproduktion erreichte einen neuen Rekord für ein erstes Quartal, das Recycling legte trotz hoher Preise nur moderat um 5 Prozent zu — ein Hinweis auf engere Marktbedingungen. Für 2026 erwartet der World Gold Council moderates Wachstum der Minenproduktion, wobei mögliche Energieengpässe in Ozeanien und Asien den Ausblick eintrüben könnten.
Das Jahresziel für Zentralbankkäufe liegt weiterhin zwischen 700 und 900 Tonnen. Der entscheidende Gegenwind kommt von der Zinspolitik: Laut CME Group erwarten derzeit rund 95 Prozent der Marktteilnehmer im Juni unveränderte US-Zinsen. Solange das Zinsniveau hoch bleibt, dürften westliche Anleger die Opportunitätskosten des zinslosen Edelmetalls stärker spüren — und die Dynamik bleibt vor allem ein asiatisches Phänomen.
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