Der Goldpreis hat am Montag die Marke von 4.200 US-Dollar je Feinunze übersprungen. Nur wenige Tage zuvor rutschte das Edelmetall noch unter 4.000 Dollar. Zwei Faktoren stehen hinter der Wende: schwächere US-Arbeitsmarktdaten und eine Beruhigung an der Straße von Hormus.
Achterbahnfahrt in der Vorwoche
Die vergangene Handelswoche verlief turbulent. Gold startete bei rund 4.080 US-Dollar, fiel aber in den ersten beiden Tagen rasch unter die 4.000-Dollar-Marke.
Der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe zeigte eine stabile US-Produktion. Das nährte die Sorge, die Fed halte länger an ihrer restriktiven Politik fest. Am Dienstag markierte der Goldpreis mit rund 3.942 Dollar sein Wochentief.
Zum Wochenschluss drehte der Trend. Das XAU/USD-Paar kletterte auf 4.174 Dollar, nachdem es von einem Tagestief bei 4.121 Dollar abgeprallt war. Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 4.187,30 US-Dollar, ein Wochenplus von 3,87 Prozent.
Auf Monatssicht steht Gold dennoch mit 3,80 Prozent im Minus, seit Jahresbeginn fehlen 3,56 Prozent.
Schwacher Dollar und Entspannung am Golf
Die Beruhigung an der strategisch wichtigen Meerenge senkt die Risikoaufschläge für Anleger. Zusammen mit den enttäuschenden Arbeitsmarktdaten treibt das Investoren zurück in sichere Häfen wie Gold.
Der US-Dollar-Index (DXY) schloss die Woche mit einem Minus von 0,52 Prozent bei 100,83. Ein schwächerer Dollar macht Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums günstiger und stützt damit die Nachfrage.
Charttechnik zeigt gemischtes Bild
Trotz der jüngsten Erholung bleibt Gold weit von seinem Rekordhoch entfernt. Am 29. Januar 2026 markierte das Edelmetall bei 5.626,80 Dollar ein 52-Wochen-Hoch, aktuell fehlen dazu 25,58 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief vom 28. Oktober 2025 bei 3.901,30 Dollar sind es dagegen nur noch 7,33 Prozent.
Auch die gleitenden Durchschnitte signalisieren noch keine Trendwende. Der Kurs notiert 5,16 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 4.415,02 Dollar. Der 100-Tage-Durchschnitt liegt bei 4.648,46 Dollar.
Der RSI von 46,6 deutet auf eine neutrale Marktlage hin. Die annualisierte Volatilität liegt bei 27,65 Prozent.
Blick auf die kommenden Wirtschaftsdaten
Diese Woche rückt der ISM-Dienstleistungsindex für Juni in den Fokus. Zusätzlich veröffentlicht die Fed die Protokolle ihrer Juni-Sitzung, die weitere Hinweise auf die Zinsperspektive liefern.
Die nächste FOMC-Sitzung findet vom 28. bis 29. Juli 2026 statt. Bis dahin dürfte vor allem der US-Verbraucherpreisindex am 14. Juli die Kursbewegung prägen.
Analysten sehen Aufwärtspotenzial
Die wöchentliche Goldumfrage von Kitco News zeigt zurückgekehrten Optimismus, nachdem die Vierwochen-Verlustserie beendet ist. Colin Cieszynski, Chefstratege bei SIA Wealth Management, rechnet mit weiter steigenden Preisen in dieser Woche.
Fundamental bleibt die Mischung aus Zinserwartungen, Dollarentwicklung und geopolitischen Risiken der zentrale Treiber. Setzt sich die Beruhigung an der Straße von Hormus fort und fallen die US-Konjunkturdaten schwächer aus als erwartet, dürfte das dem Edelmetall weiteren Rückenwind geben. Überraschend starke Daten könnten die frische Zuversicht dagegen schnell wieder dämpfen.
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