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Gold: Touristen raus, Zentralbanken rein

Der Goldpreis erlebt einen der schärfsten Wochenverluste seit Jahren, während institutionelle Käufer aus Asien und dem Nahen Osten ihre Reserven weiter ausbauen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Starker Ausverkauf bei Gold-ETFs und Fonds
  • Zentralbanken kaufen weiter physisches Gold
  • Technische Unterstützung bei 4.401 Dollar
  • J.P. Morgan hält an hohem Kursziel fest

Der Goldpreis hat in dieser Woche rund 9 % verloren – und notiert heute bei etwa 4.444 Dollar je Unze, nachdem er im frühen Handel kurzzeitig auf 4.337 Dollar gefallen war. Noch zu Wochenbeginn pendelte das Metall stabil um die 5.000-Dollar-Marke. Was folgte, war einer der schärfsten Kurseinbrüche seit Jahren.

Der Auslöser war ein Zusammentreffen mehrerer Belastungsfaktoren: Die US-Notenbank hält die Zinsen bei 3,50 bis 3,75 % und sendet weiterhin restriktive Signale, der Dollar bleibt stark, und höher als erwartete US-Erzeugerpreisdaten beschleunigten den Ausverkauf zur Wochenmitte. Paradoxerweise geschieht all das trotz eines anhaltenden US-Iran-Krieges, der die Energiepreise auf Monatshochs getrieben hat. Gold war zuvor stark gestiegen, als die Wahrscheinlichkeit eines Angriffs auf den Iran zunahm – nun verkaufen Investoren die eingepreiste Risikoprämie wieder.

Wer verkauft, wer kauft

Der Charakter des Ausverkaufs ist aufschlussreich. Der SPDR Gold ETF (GLD) verlor allein in der vergangenen Woche über 1,5 Milliarden Dollar an verwaltetem Vermögen – in drei aufeinanderfolgenden Wochen summierten sich die Abflüsse auf über 6 Milliarden Dollar, entsprechend einem Rückgang von 25 Tonnen Goldbeständen. Das ist der stärkste Wochenverlust seit 2022. Am 19. März, dem Höhepunkt des Ausverkaufs, verzeichnete GLD schätzungsweise 2,9 Milliarden Dollar an Tagesabflüssen – den größten Einzeltagesverlust seit über einem Jahrzehnt.

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Hinter diesen Zahlen steckt eine strukturelle Rotation: Generalistische Fonds und systematische Hedgefonds, die dem Preismomentum gefolgt waren, ziehen sich zurück. Auf der anderen Seite stehen staatliche Institutionen aus Asien und dem Nahen Osten, die ihre physischen Reserven weiter ausbauen. J.P. Morgan prognostiziert für 2026 offizielle Sektorkäufe von 800 Tonnen und bezeichnet die Reservediversifizierung als anhaltenden Strukturtrend.

Technische Lage und Ausblick

Technisch liegt der nächste relevante Support bei 4.401 Dollar, darunter bei 4.331 und 4.203 Dollar. Ein Anstieg über 4.490 Dollar würde ein bullisches Setup mit Ziel 4.620 Dollar eröffnen. Der aktuelle Kurs liegt rund 20 % unter dem Allzeithoch von etwa 5.598 Dollar aus dem Januar 2026.

J.P. Morgan hatte sein Jahresziel für Gold im Februar auf 6.300 Dollar je Unze angehoben – unter Verweis auf Zentralbanknachfrage und Investorennachfrage. In einem Aufwärtsszenario, in dem private Haushalte ihre Goldallokationen von rund 3 % auf 4,6 % der Vermögenswerte erhöhen, sieht die Bank sogar Kurse zwischen 8.000 und 8.500 Dollar für möglich. In der kommenden Woche könnten die US-PMI-Daten für März neue Impulse liefern – entweder als Argument für eine Zinspause der Fed oder als weitere Stütze für den Dollar.

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Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

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