Der Goldpreis springt zurück über die Marke von 4.300 US-Dollar pro Feinunze. Das ist der höchste Stand seit Mitte Juni. Auslöser ist eine unerwartete geopolitische Entwicklung tausende Kilometer vom Handelsraum entfernt: eine mögliche Entspannung an der Straße von Hormus.
Entspannung am Golf drückt Ölpreise
Berichten zufolge steht unter Vermittlung des Oman eine Übergangslösung zwischen den USA und dem Iran unmittelbar bevor. Ziel ist die Wiederöffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus. Die Nachricht ließ die Ölpreise deutlich fallen.
Das hat direkte Folgen für die Zinserwartungen. Sinkende Energiepreise senken den Inflationsdruck. Damit sinkt auch der Druck auf die US-Notenbank, die Zinsen weiter zu erhöhen.
Marktteilnehmer haben ihre Erwartungen für einen Zinsschritt im September bereits nach unten korrigiert. Die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Straffung liegt aktuell nur noch bei etwa 55 Prozent. Zu Wochenbeginn waren es noch 67 Prozent. Für Gold als zinslosen Rohstoff ist das ein klarer Vorteil: Niedrigere Zinserwartungen machen das Halten von Gold attraktiver.
Chartbild bestätigt den Ausbruch
Mit dem Sprung über 4.200 US-Dollar hat Gold ein wichtiges technisches Signal gesetzt. Analysten werten den Ausbruch aus der vorherigen Seitwärtsrange als Ende der monatelangen Korrektur. Diese war dem Rekordhoch vom Januar gefolgt.
Am Donnerstagvormittag pendelte der Kurs am Spotmarkt zwischen 4.260 und 4.270 US-Dollar. Zuvor hatte Gold ein Intraday-Hoch bei 4.301 US-Dollar erreicht. Trotz leichter Gewinnmitnahmen bleibt das Momentum positiv.
Die nächsten Widerstände liegen zwischen 4.331 und 4.394 US-Dollar. Als neue Unterstützung gilt die Marke von 4.203 US-Dollar. Bleibt der Kurs darüber, sprechen Charttechniker von einer intakten Erholung.
US-Arbeitsmarktdaten im Blick
Am Nachmittag richtet sich der Blick auf neue US-Konjunkturdaten. Um 14:30 Uhr (MESZ) veröffentlichen die USA die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie Produktivitätszahlen.
Bereits der ADP-Bericht vom Mittwoch zeigte Schwächen am US-Arbeitsmarkt. Fallen die neuen Daten ebenfalls enttäuschend aus, könnte der US-Dollar weiter unter Druck geraten. Ein schwächerer Dollar macht Gold für Käufer außerhalb der USA günstiger und zieht zusätzliches Kapital in den sicheren Hafen.
Hinzu kommt ein struktureller Faktor: Die US-Staatsverschuldung hat kürzlich die Marke von 40 Billionen US-Dollar überschritten. Diese hohe Verschuldung sorgt bei institutionellen Investoren weiterhin für robuste Nachfrage nach Gold als Absicherung.
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