Gold kämpft sich zurück über die Marke von 4.400 Dollar je Feinunze. Nach einem Rücksetzer auf ein Wochentief während der asiatischen Handelssitzung fanden sich am Mittwoch wieder Käufer ein. Der Auslöser liegt weniger beim Edelmetall selbst als beim Dollar, der unter Druck steht.
Verantwortlich dafür ist eine Rally des japanischen Yen, ausgelöst durch die Bank of Japan. Ein schwächerer Dollar macht Gold für Käufer außerhalb der USA günstiger und verschafft dem Preis Rückenwind. Gleichzeitig bremsen Wetten auf eine weitere Zinserhöhung der Fed sowie geopolitische Risiken die Dollar-Schwäche – und damit auch das Aufwärtspotenzial von Gold.
Inflationsdaten als nächster Prüfstein
Der Blick der Anleger richtet sich auf die anstehenden US-Konjunkturdaten. Die Erzeugerpreise stehen am Donnerstag an, die Konsumentenpreise für August folgen vor dem Wochenende. Beide Datenpunkte dürften Hinweise liefern, wie die Fed ihren Zinskurs weiter ausrichtet – ein entscheidender Faktor für die Attraktivität des zinslosen Edelmetalls.
Zusätzlich sorgt die Zinsentscheidung der EZB an diesem Donnerstag für Aufmerksamkeit. Analysten rechnen mehrheitlich mit einer Anhebung um 25 Basispunkte. Die Pressekonferenz im Anschluss könnte weitere Signale zur europäischen Geldpolitik liefern, die auch auf den Dollar-Euro-Kurs und damit indirekt auf Gold wirken.
Citi sieht deutlich höhere Kursziele
Die Großbank Citi bleibt für den mittelfristigen Ausblick optimistisch. Bis Ende 2027 hält das Rohstoffteam der Bank einen Goldpreis von 5.000 Dollar je Feinunze für erreichbar. Nach Einschätzung der Analysten spiegelt die aktuelle Bewertung von Goldminenaktien einen Spotpreis wider, der rund 500 Dollar unter dem tatsächlichen Niveau liegt – eine Diskrepanz, die Citi als Kaufargument für Minenwerte wertet.
Als Favoriten innerhalb des Sektors nennt die Bank Newmont und Agnico Eagle Mines. Begründet wird die Präferenz mit stabilen Cashflow-Renditen der großen Produzenten, während die Förderkosten trotz steigender Goldpreise vergleichsweise moderat bleiben. Das weitet laut Citi die Margen der Minenbetreiber aus und macht Dividendenrenditen zu einem zusätzlichen Argument gegenüber physischem Gold.
Kurzfristig bleibt der Goldpreis damit ein Spielball der Notenbankpolitik diesseits und jenseits des Atlantiks. Die US-Erzeugerpreise am Donnerstag und die Konsumentenpreise vor dem Wochenende dürften zeigen, ob die Fed-Zinserhöhungswetten Bestand haben – und damit, ob der Dollar seine Schwäche fortsetzt oder Gold neuen Gegenwind bekommt.
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