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Gold: Schnäppchenjäger am Werk?

Gold legte um 0,5 Prozent zu; ETF-Zuflüsse hielten an, während spekulative Händler ihre Kaufpositionen verringerten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Feinunze schloss bei 4.017,31 US-Dollar
  • Niedrigere Ölpreise minderten Inflationssorgen
  • Managed Money reduzierte Kaufpositionen um 2.883 Kontrakte
  • Gold-ETFs verzeichneten 1,90 Milliarden US-Dollar Zuflüsse

Schnäppchenkäufe helfen Gold heute bei der Erholung. Reuters nennt neben nachgebenden Ölpreisen auch die Nachfrage nach dem jüngsten Rücksetzer als Stütze. Dahinter steht allerdings kein einheitliches Anlegerbild: Während spekulative Händler zuletzt Kaufpositionen abbauten, verzeichneten Gold-ETFs weiter Zuflüsse. Die Gegenbewegung trifft damit auf einen Markt, in dem sich kurzfristige Zurückhaltung und längerfristige Nachfrage gegenüberstehen.

Käufer nutzen den Rücksetzer

Der Spotpreis liegt zum Tagesschluss bei 4.017,31 USD je Feinunze. Das Tagesplus von 0,5% begleitet die von Reuters beschriebenen Schnäppchenkäufe und die Entlastung durch niedrigere Ölpreise.

Hoffnungen auf eine Entspannung zwischen den USA und Iran drückten heute auf den Ölpreis. Damit ließen auch die Sorgen vor zusätzlichem Inflationsdruck und einem restriktiveren US-Zinskurs etwas nach. Reuters verweist zugleich auf fortbestehende geopolitische Risiken im Nahen Osten. Die Entlastung ist deshalb nicht mit einer Auflösung dieser Risiken gleichzusetzen.

Wie empfindlich Gold auf die Energiepreise reagiert, zeigte sich am Freitag. Höhere Ölpreise verstärkten damals Inflationssorgen und Erwartungen einer späteren geldpolitischen Straffung.

Zusätzlich berichtete Reuters von Goldverkäufen zur Deckung von Nachschussforderungen während des Ausverkaufs bei Technologiewerten. Gold stand damit nicht allein wegen veränderter Zinserwartungen unter Druck, sondern auch wegen des Liquiditätsbedarfs anderer Marktteilnehmer.

Terminhändler reduzieren ihre Kaufpositionen

Der am Freitag veröffentlichte Bericht der CFTC weist einen Rückgang der Netto-Kaufposition der als „Managed Money“ erfassten Händler um 2.883 auf 104.206 Kontrakte aus. Bei der Veränderung überwog der Abbau bestehender Kaufpositionen gegenüber dem Aufbau neuer Verkaufspositionen.

Diese Unterscheidung ist für die Einordnung wichtig. Weniger optimistische Positionierung bedeutet nicht automatisch, dass Händler im gleichen Umfang auf weitere Verluste setzen. Sie zeigt zunächst einen Rückzug aus zuvor eingegangenen Engagements. Die heutigen Schnäppchenkäufe treffen somit auf eine zuletzt vorsichtigere spekulative Nachfrage.

Anders entwickelte sich die Nachfrage über börsengehandelte Goldfonds. Nach Angaben des World Gold Council flossen weltweit in der Woche bis 16. Oktober netto 1,90 Mrd. US-Dollar in Gold-ETFs. In der Vorwoche waren es 627,6 Mio. US-Dollar gewesen.

Die Zuflüsse widersprechen damit einem pauschalen Rückzug sämtlicher Anlegergruppen aus Gold. Sie belegen allerdings keine entsprechende Nachfrage für die heutige Sitzung: Die Fondsstatistik erfasst einen früheren Zeitraum als die jüngste Preisbewegung.

Zins- und Inflationsdaten als nächste Prüfsteine

Für die Tragfähigkeit der Erholung bleibt entscheidend, ob die Entlastung bei den Energiepreisen anhält. Der jüngste Wechsel zwischen Verkaufsdruck und Schnäppchenkäufen zeigt, wie stark Inflations- und Zinserwartungen derzeit die Richtung bestimmen.

Am 28. Oktober steht die Zinsentscheidung der Federal Reserve an. Reuters zufolge erwarten die Marktteilnehmer überwiegend unveränderte Zinsen. Am 29. Oktober folgen die PCE-Preisdaten des US Bureau of Economic Analysis. Sie können weitere Hinweise auf den geldpolitischen Kurs liefern. Die heutige Erholung ist damit zunächst eine Gegenbewegung mit benannten Auslösern, aber noch kein Beleg für eine breite Rückkehr der Käufer.

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Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.

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