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Symbolbild, KI-generiert

Gold: Preis hält sich über 4.500 Dollar

Die Blockade der Straße von Hormus und die US-Geldpolitik stützen den Goldpreis trotz schwacher Nachfrage aus Asien.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Gold notiert stabil über 4.500 Dollar
  • Hormus-Blockade treibt Energiepreise
  • Fed belässt Leitzins unverändert
  • Asiatische Nachfrage bleibt gedämpft

Gold hält sich zum Wochenbeginn stabil oberhalb von 4.500 Dollar je Unze — trotz eines Umfelds, das dem Edelmetall eigentlich Gegenwind bereitet. Inflationssorgen, höhere Zinsen auf absehbare Zeit und schwache Nachfrage aus Asien lasten auf dem Preis. Was ihn dennoch stützt, ist ein Krieg, der eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt blockiert.

Straße von Hormus: Blockade als Preisfaktor

Seit dem 28. Februar 2026 ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus auf rund fünf Prozent des Vorkonfliktniveaus gesunken. Durch die Meerenge fließen normalerweise etwa 20 Prozent des weltweiten Erdöls und 20 Prozent des globalen Flüssiggas-Handels. Die Blockade treibt Energiepreise hoch — und damit die Inflation.

Über das Wochenende tauschten Washington und Teheran Vertragsentwürfe aus, die den Waffenstillstand verlängern und die Meerenge wieder öffnen sollen. Ob die Gespräche einer Lösung näherkamen, blieb offen. Händler beobachten inzwischen eine ausgeprägte negative Korrelation zwischen Gold und dem Ölpreis: Steigt Öl, fällt Gold — das Edelmetall verhält sich zunehmend wie ein Risikoasset statt wie ein sicherer Hafen.

Fed hält Kurs, Märkte rechnen mit mehr

Die US-Inflationsdaten zeigten im April den stärksten Anstieg seit drei Jahren. Die Fed ließ den Leitzins bei ihrer Sitzung am 29. April unverändert — zum dritten Mal in Folge. Der Zielkorridor liegt seit der letzten Senkung vom 10. Dezember 2025 bei 3,50 bis 3,75 Prozent.

Laut FedWatch-Tool gilt zum Jahresende eine Zinserhöhung mit 47,4 Prozent Wahrscheinlichkeit als wahrscheinlicher als eine Senkung mit gerade einmal 0,6 Prozent. Das ist eine bemerkenswerte Verschiebung. Besondere Aufmerksamkeit gilt der FOMC-Sitzung am 16. und 17. Juni, die neue Projektionen und einen aktualisierten Dot Plot bringen wird.

Asien schwach, Jahresbilanz stark

Die physische Goldnachfrage bleibt in beiden wichtigen Verbrauchermärkten gedämpft. In Indien bremsen hohe Preise und Importzölle, in China verengten sich die Prämien bei vorsichtiger Marktstimmung.

Auf Monatssicht liegt Gold leicht im Minus — ein Rückgang von rund 0,8 Prozent. Im Jahresvergleich steht dennoch ein Plus von 34 Prozent. Nächster Kurstreiber dürfte der US-Arbeitsmarktbericht sein, der im Wochenverlauf neue Hinweise auf den Fed-Kurs liefert. Analysten nennen drei strukturelle Stützen: die faktische Sperrung der Hormus-Straße, anhaltende Zentralbankkäufe und die Zinspolitik der Fed — von denen derzeit nur eine klar positiv wirkt.

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