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Gold: Polen kauft 18,5 Tonnen

Trotz fallender Preise und Zinssorgen stocken Notenbanken ihre Goldreserven auf. Polen peilt 700 Tonnen an, während Analysten die kurzfristigen Ziele senken.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Polen erhöht Goldbestand auf 632 Tonnen
  • China kauft bereits 20. Monat in Folge
  • HSBC und BofA senken Goldpreis-Prognosen
  • Fed-Protokolle belasten den Spot-Markt

Der Goldpreis schwächelt, aber die polnische Zentralbank nutzt die Chance. Während US-Zinssorgen den Spot-Markt belasten, stockt Warschau seine Reserven massiv auf. Dieser Kontrast prägt aktuell das Geschehen beim Edelmetall.

Polens Weg zur 700-Tonnen-Marke

NBP-Präsident Adam Glapiński kauft gezielt bei Preisrückgängen. Die polnischen Goldreserven wuchsen bis zur Jahresmitte auf 632,4 Tonnen an. Allein im vergangenen Monat erwarb die Bank weitere 18,5 Tonnen. Das erklärte Ziel der Zentralbank liegt bei 700 Tonnen.

Die Strategie zahlt sich aus. Der nicht realisierte Buchgewinn summiert sich für die Polen auf milliardenschwere Beträge. Neben Warschau greift auch China weiter zu. Die dortige Zentralbank erwarb zuletzt weitere 14,93 Tonnen Gold. Es war der zwanzigste Kaufmonat in Folge.

Analysten kappen kurzfristige Ziele

Auf dem Papier bremst das makroökonomische Umfeld den Goldpreis aus. Die HSBC senkte ihre Prognose für das laufende Jahr auf 4.560 US-Dollar pro Unze. Als Grund nennt die Bank den starken US-Dollar. Die Bank of America zog nach und reduzierte ihr Kursziel auf 4.360 US-Dollar.

Haupttreiber für diese Skepsis ist die hartnäckige Inflation. Geopolitische Spannungen im Nahen Osten treiben zwar den Ölpreis. Das befeuert aber die Teuerung und zwingt die US-Notenbank zu einer harten Linie. Höhere Zinsen machen das zinslose Gold für Anleger unattraktiv.

Langfristig bleiben die großen Häuser jedoch optimistisch. Goldman Sachs erwartet zum Jahresende einen Preis von 4.900 US-Dollar. Die UBS hält auf lange Sicht sogar 6.200 US-Dollar für erreichbar.

Zinssorgen belasten den Markt

Zum Wochenende rutschte der Goldpreis im Spot-Handel leicht ab. Er notierte bei rund 4.115 US-Dollar pro Unze. Das entspricht einem Wochenminus von etwa 1,5 Prozent.

Die jüngsten Fed-Protokolle lieferten den Auslöser für den Preisdruck. Neun von 18 Ausschussmitgliedern erwägen eine weitere Zinserhöhung bis zum Jahresende. Der Markt preist einen solchen Schritt für September aktuell mit einer Wahrscheinlichkeit von 65 Prozent ein.

Die kommende Woche bringt frische Impulse. Dann stehen neue US-Inflationsdaten für Konsumenten und Erzeuger auf der Agenda. Fallen diese Preise höher aus als erwartet, rückt eine geldpolitische Lockerung in weite Ferne. Der Verkaufsdruck auf das Edelmetall dürfte sich in diesem Szenario weiter verstärken.

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