Steigende Ölpreise und anhaltende Inflationssorgen haben Gold gestern belastet. Die Tagesveränderung betrug -3,6%. Reuters zufolge verstärkte das Umfeld die Erwartungen weiterer US-Zinserhöhungen. Zugleich zeigen Abflüsse aus Gold-ETFs, dass auch die Nachfrage über börsengehandelte Fonds zuletzt nachließ. Damit treffen stärkere Zinserwartungen auf einen Rückzug von Anlegergeldern.
Ölpreise verändern die Richtung
Der Zusammenhang zwischen Ölpreisen, Inflation und Zinserwartungen prägte den Wochenverlauf. Am Montag hatte Gold laut Reuters noch zugelegt. Damals dämpften sinkende Ölpreise die Inflationssorgen vor der Sitzung der US-Notenbank. Im weiteren Wochenverlauf kehrte sich diese Bewegung mit steigenden Ölpreisen und stärkeren Zinserwartungen um.
Der Rückschlag am Freitag stand damit im Gegensatz zum freundlicheren Wochenauftakt. Entscheidend war nicht allein die Entwicklung am Ölmarkt. Reuters verwies auch auf anhaltende Inflationssorgen, die Erwartungen einer weiteren geldpolitischen Straffung verstärkten. Für Gold erwies sich diese Kombination als Belastung.
Die unveränderte Zinsentscheidung der Federal Reserve am Mittwoch brachte keine Entlastung. Nach Reuters-Angaben blieb Gold anschließend unter Druck, während Anleger die Hinweise auf den weiteren Zinspfad bewerteten. Eine mögliche Zinserhöhung im Dezember blieb im Marktgespräch. Das ist eine Erwartung und keine angekündigte Entscheidung.
Fondsabflüsse ergänzen das Belastungsbild
Neben dem Zinsumfeld verdient die Entwicklung der Goldfonds Aufmerksamkeit. Nach Angaben von BMO verzeichneten globale Gold-ETFs in der Woche bis zum 23. Oktober Nettoabflüsse von 1,1 Milliarden US-Dollar. Zuvor hatten sie drei Monate lang Nettozuflüsse verbucht. Nordamerika führte die Abflüsse an.
Diese Daten beschreiben einen anderen Zeitraum als den jüngsten Tagesverlust. Sie belegen deshalb nicht dessen unmittelbare Ursache. Sie zeigen aber, dass die vorherige Phase von Zuflüssen bei Gold-ETFs unterbrochen wurde. Die Fondsentwicklung ergänzt damit das Bild eines Marktes unter Druck.
Zinssorgen reichen über die USA hinaus
Auch in der Eurozone spielte die Zinsdebatte eine Rolle. Die Börsen-Zeitung berichtete, dass Inflationsdaten Spekulationen über eine mögliche EZB-Zinserhöhung im Dezember nährten. Höhere Zinserwartungen belasteten dem Bericht zufolge sowohl Gold als auch Silber.
Der jüngste Rückschlag lässt sich somit nicht auf die US-Notenbank allein verengen. Steigende Ölpreise verschärften die Inflationssorgen, während auf beiden Seiten des Atlantiks mögliche Zinserhöhungen diskutiert wurden. Die ETF-Abflüsse liefern einen zusätzlichen Hinweis auf nachlassende Nachfrage über Fonds – ohne den Kursverlust vom Freitag allein zu erklären.
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