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Gold: Öl-Rückschlag?

Höhere Ölpreise und Verkäufe zur Verlustdeckung drücken Gold, während Zentralbankkäufe und ETF-Zuflüsse Unterstützung bieten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Gold verliert heute ein Prozent
  • Sieben-Tage-Zuwachs beträgt weiterhin 4,4 Prozent
  • Goldman Sachs senkt Jahresendziel auf 4.150 Dollar
  • Zentralbanken kaufen zuletzt deutlich mehr Gold

Die Erholung der Ölpreise setzt Gold heute unter Druck. Höhere Energiekosten schüren erneut Inflationssorgen und stärken die Erwartung länger hoher US-Zinsen. Damit gerät ein wichtiger Treiber der Erholung nach den US-Zwischenwahlen ins Wanken: die Hoffnung auf nachlassenden Preisdruck. Zugleich belasten ein stärkerer Dollar und Goldverkäufe zur Deckung von Verlusten am Aktienmarkt.

Ölpreiserholung bremst die Entspannungshoffnung

Reuters berichtet heute von steigenden Ölpreisen und neuen Sorgen über die Folgen höherer Energiekosten. Im Wochenverlauf hatten Anleger noch auf eine mögliche Entspannung im Iran-Konflikt gesetzt. Nach dem Wahlsieg der Demokraten verbanden sie damit auch die Aussicht auf begrenzte Fiskalausgaben und geringeren Inflationsdruck.

Diese Erwartungen hatten den Dollar und die US-Anleiherenditen gedrückt und Gold gestützt. Heute wirkt die Gegenbewegung beim Öl in die andere Richtung. Für eine Fortsetzung der Erholung spricht die Aussicht auf nachlassenden Zinsdruck, sofern die Energiepreise die Inflationserwartungen nicht erneut antreiben.

Der Spotpreis liegt zum Tagesschluss bei 4.045,76 USD je Feinunze. Die Tagesveränderung von -1,0% spiegelt den erneuten Verkaufsdruck wider.

Aktienverluste erzwingen Goldverkäufe

Zusätzlich belastet der Ausverkauf an den Aktienmärkten das Edelmetall. Anleger verkauften Gold teilweise zur Deckung von Verlusten und Nachschussforderungen. Der Liquiditätsbedarf trifft damit auch eine Anlage, die zugleich von sinkenden Anleiherenditen profitieren konnte.

Die Aktienmarktturbulenzen wirken folglich über zwei gegenläufige Kanäle auf Gold. Die Flucht in sichere Anlagen drückte die Renditen und lieferte Unterstützung. Gleichzeitig führten notwendige Mittelbeschaffungen zu Verkäufen von Edelmetallen. Solange dieser Liquiditätsdruck anhält, bleibt die Erholung anfällig für weitere Rückschläge.

Trotz der heutigen Belastungen beträgt der Zuwachs über sieben Tage 4,4%. Die Erholung nach der Wahl hat damit weiterhin Bestand, steht aber unter dem Vorbehalt der erneuten Inflations- und Zinssorgen.

Zentralbankkäufe liefern ein Gegengewicht

Auf der Nachfrageseite bleiben Zentralbanken eine Stütze. Nach Angaben des World Gold Council beschleunigten sie ihre Käufe zuletzt deutlich. Zugleich verzeichneten börsengehandelte Goldfonds Zuflüsse. Dem standen eine schwächere Schmucknachfrage und rückläufige Käufe von Barren und Münzen gegenüber.

Goldman Sachs reagierte gestern dennoch mit einer niedrigeren Prognose. Die Bank senkte ihr Goldpreisziel für Ende 2026 von 4.650 auf 4.150 US-Dollar je Feinunze. Sie verweist auf eine erwartete restriktivere US-Geldpolitik, während Zentralbankkäufe weiterhin Unterstützung liefern dürften.

Für Anleger entscheidet sich die Tragfähigkeit der Erholung damit am Zusammenspiel von Energiepreisen, Zinserwartungen und Liquiditätsbedarf. Die starke institutionelle Nachfrage spricht für Gold, sofern steigende Zinsen und weitere liquiditätsbedingte Verkäufe diese Unterstützung nicht überlagern.

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Diskussion zu Gold

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.

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