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Gold: Notenbanken wollen 5.000 bis 6.000 Dollar

Zentralbanken weltweit verringern ihre Dollar-Bestände und stocken Goldreserven auf. Geopolitische Risiken treiben den Wandel an.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Mehrheit plant Dollar-Abbau
  • Goldreserven übersteigen US-Anleihen
  • Geopolitische Risiken als Hauptgrund
  • Kurzfristig belasten Fed-Signale

Zentralbanken kehren dem Dollar den Rücken. Eine Umfrage des Official Monetary and Financial Institutions Forum unter 90 Notenbanken und Staatsfonds zeigt: Erstmals will die Mehrheit der Institutionen ihre Dollar-Bestände reduzieren. Gold soll die Lücke füllen.

Notenbanken stocken Goldreserven auf

Die befragten Institutionen verwalten zusammen ein Vermögen von über 10 Billionen US-Dollar. 82 Prozent von ihnen halten inzwischen physisches Gold. Der Dollar-Anteil an den weltweiten Reserven fiel 2025 auf 57,8 Prozent — den niedrigsten Wert seit 1994.

Der Trend geht weiter. Der Wert der globalen Goldreserven der Zentralbanken übersteigt mittlerweile den Wert ihrer US-Staatsanleihen. Für 51 Prozent der Notenbanken sind geopolitische Risiken der Hauptgrund für den Umbau ihrer Reserven.

Die Erwartungen an den Goldpreis sind hoch. 61 Prozent der Institutionen rechnen binnen zwölf Monaten mit einem Kurs zwischen 5.000 und 6.000 US-Dollar. Netto planen 30 Prozent der Institute, ihre Goldbestände in den kommenden ein bis zwei Jahren weiter aufzustocken.

Fed-Zinspolitik bremst kurzfristig

Während der langfristige Trend klar für Gold spricht, drücken kurzfristige Signale der US-Notenbank auf den Preis. New-York-Fed-Präsident John Williams nannte die aktuelle Geldpolitik am Dienstag gut positioniert. Die Inflation bleibe zwar hoch, sinkende Energiepreise könnten den Ausblick aber entspannen.

Marktteilnehmer warten heute auf das Protokoll der letzten FOMC-Sitzung. Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September schwankt derzeit um 56 Prozent. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen kletterte zuletzt auf 4,51 Prozent — das erhöht die Opportunitätskosten für das zinslose Edelmetall und belastet den Goldpreis.

Nahost-Krise sorgt für Gegenwind

Nach Angriffen auf Tanker in der Straße von Hormus reagierten die USA militärisch. Die Ölpreise stiegen deutlich. Normalerweise würde eine solche Krise die Gold-Nachfrage als sicherer Hafen stützen.

Diesmal lief es anders. Die Krise stärkte auch den US-Dollar, was den Goldpreis kurzzeitig belastete. Am Dienstag schloss Gold bei 4.153,70 US-Dollar.

Der Blick auf die Charttechnik zeigt die Zerrissenheit des Marktes. Auf Sicht von sieben Tagen steht ein Plus von 2,71 Prozent zu Buche, auf 30-Tage-Sicht dagegen ein Minus von 4,59 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 5.626,80 US-Dollar aus Ende Januar fehlen aktuell noch 26,18 Prozent, zum Jahrestief von 3.901,30 US-Dollar sind es nur noch 6,47 Prozent.

Der RSI von 44,5 signalisiert keine Überkauft- oder Überverkauft-Situation. Technische Analysten sind uneins: Manche sehen eine Top-Bildung, andere ein bullisches Keilmuster. Als Signal für die Fortsetzung des langfristigen Aufwärtstrends gilt ein nachhaltiger Ausbruch über die Marke von 4.200 US-Dollar.

Der Gegensatz zwischen strukturellem Trend und Tagesgeschäft bleibt bestehen. Notenbanken bauen ihre Goldreserven mit langfristigem Horizont aus, während Fed-Protokoll und Anleiherenditen den Kurs kurzfristig hin und her bewegen. Ob der Ausbruch über 4.200 US-Dollar gelingt, entscheidet sich in den kommenden Handelstagen.

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