Ein enttäuschender US-Jobbericht und Hoffnung auf ein Ende des Iran-Konflikts schieben den Goldpreis kräftig nach oben. Die Feinunze steht bei 4.330,50 US-Dollar, ein Plus von 4,03 Prozent binnen einer Woche. Zwei Faktoren wirken hier zusammen: schwächelnde Konjunkturdaten und nachlassende geopolitische Spannungen.
Schwacher Arbeitsmarkt schürt Zinssenkungsfantasie
Der ADP-Bericht für Juli lieferte eine böse Überraschung. Private Arbeitgeber in den USA schufen nur 44.000 neue Stellen. Ökonomen hatten mit 70.000 gerechnet. Das ist die schwächste Zahl seit Januar.
Die Fed zeigt sich intern aber gespalten. Gouverneurin Lisa Cook hält weitere Zinserhöhungen für nötig, sollte die Inflation nicht sinken. Sie warnte, die Notenbank habe womöglich nicht den Luxus, lange auf das 2-Prozent-Ziel zu warten. Kansas-City-Fed-Chef Jeff Schmid äußerte sich ähnlich.
Der Markt gewichtet die schwachen Jobdaten trotzdem stärker. Die Wahrscheinlichkeit für eine Fed-Zinserhöhung im September sank von 67 auf 57 Prozent. Für Gold ist das ein klares Kaufsignal, denn niedrigere Zinsen schmälern die Opportunitätskosten des zinslosen Metalls.
Iran-Entspannung drückt den Ölpreis
Neben den US-Daten liefert der Nahe Osten zusätzlichen Rückenwind. Präsident Trump sprach von „sehr guten Gesprächen“ zwischen den USA und dem Iran. Das weckt Hoffnung auf ein Ende des fünfmonatigen Konflikts.
Die Folge: Die Ölpreise fielen in dieser Woche um rund 10 Prozent. Günstigeres Öl dämpft die Inflationserwartungen. Das nimmt der Fed Druck, die Zinsen weiter anzuheben, und stützt damit indirekt den Goldpreis.
Notenbanken kaufen weiter kräftig zu
Hinter der aktuellen Rally steht eine strukturelle Stütze, die schon seit Monaten wirkt. Zentralbanken weltweit kauften im zweiten Quartal 288,9 Tonnen Gold. Das liegt 62,4 Prozent über dem Vorjahreswert von 177,9 Tonnen.
Diese Nachfrage sorgt für einen soliden Boden im Markt. Die Marke von 4.000 US-Dollar hat sich als verlässliche Unterstützung etabliert. Fällt der Preis in diesen Bereich, kaufen Investoren regelmäßig nach.
Technisch bleibt für Gold noch Luft nach oben. Der Kurs liegt 3,65 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt, der RSI von 63,3 signalisiert keine Überhitzung. Die nächsten US-Arbeitsmarktdaten dürften entscheiden, ob die Zinssenkungshoffnung weiter trägt oder die Fed-Falken wie Cook und Schmid die Oberhand gewinnen.
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