Institutionelle Anleger schichten so stark wie seit Wochen nicht mehr in Gold um. Der aktuelle Commitments-of-Traders-Report der CFTC zeigt für die Kategorie „Managed Money“ zum Stichtag 18. August einen Sprung der Netto-Long-Positionen auf 141.648 Kontrakte – in der Vorwoche waren es noch 128.000. Die Daten belegen eine wachsende bullische Überzeugung genau jener Marktteilnehmer, die kurzfristige Preistrends oft vorwegnehmen.
Der Goldpreis notierte am Freitag bei 4.661,60 Dollar je Feinunze, ein Plus von 1,9 Prozent zum Vortag. Auf Sicht von sieben Handelstagen summiert sich der Anstieg auf 5,2 Prozent. Die aufgebaute Positionierung der Spekulanten passt zu dieser Dynamik: Wer in der vergangenen Woche auf steigende Preise setzte, lag richtig.
Zentralbanken bleiben Nachfragetreiber
Neben den Terminmarktakteuren stützen auch offizielle Reserven die Nachfrage. Zahlen für das erste Halbjahr 2026 zeigen, dass die polnische Zentralbank ihre Goldreserven um 82 Tonnen aufstockte, während die chinesische Notenbank ihre Bestände um rund 40 Tonnen erhöhte. Diese strukturelle Nachfrage gilt unter Marktbeobachtern als einer der Gründe, warum Rücksetzer im Goldpreis bislang schnell aufgekauft wurden.
Auf Unternehmensseite lieferte Barrick Gold Ende der Woche Zahlen, die die günstige Preisumgebung für Produzenten unterstreichen. Der Konzern meldete für das zweite Quartal 2026 eine Produktion von 796.000 Unzen zu einem realisierten Durchschnittspreis von 4.417 Dollar je Unze. Daraus resultierte ein bereinigter Nettogewinn von 1,36 Milliarden Dollar.
Analysten erhöhen ihre Kursziele deutlich
Mehrere große Banken haben ihre Prognosen zuletzt nach oben angepasst. Die Analysten von Morgan Stanley hoben am Freitag ihre Goldpreisprognose für das vierte Quartal 2026 von 4.450 auf 5.000 Dollar an und halten für 2027 auch Notierungen über dieser Marke für möglich. Sie begründen dies mit einer Entkopplung des Goldpreises von den Realrenditen sowie mit anhaltenden fiskalischen Sorgen in den USA.
Citigroup nannte am selben Tag ein Sechs-bis-Zwölf-Monats-Basisszenario von etwa 5.000 Dollar je Unze und verwies auf eine sogenannte „Debasement-Strategie“ von Regierungen als Argument für Gold als Schutz gegen Währungsabwertung. Bereits am Mittwoch hatte UBS ihr Kursziel auf 5.400 Dollar angehoben und die Rallye angesichts geopolitischer Risiken und anhaltender Zentralbanknachfrage als noch nicht beendet bezeichnet.
Auf technischer Seite hat sich der Markt nach dem Ausbruch über das Vorjahreshoch zuletzt oberhalb des Junitiefs von 3.942 Dollar stabilisiert. Das Allzeithoch vom Januar 2026 bei 5.598 Dollar bleibt dabei die entscheidende Widerstandsmarke für die kommenden Monate.
Der aktuelle Kurs von 4.661,60 Dollar liegt rund 17 Prozent unter diesem Rekordhoch – Spielraum, den optimistische Analysten und institutionelle Investoren gleichermaßen für ausbaufähig halten.
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