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Gold: Nähe zur 4.100-Dollar-Marke

Die Aussetzung der US-iranischen Kampfhandlungen treibt den Goldpreis. Zentralbanken erreichen mit ihren Beständen einen neuen Rekordwert.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Goldpreis steigt um rund ein Prozent
  • USA und Iran pausieren Militärschläge
  • Zentralbanken halten Rekordbestand an Gold
  • Fed-Entscheidung bleibt im Fokus

Waffenruhe schlägt Wellen an den Rohstoffmärkten. Die USA und der Iran pausieren offenbar ihre militärische Konfrontation. Das entlastet den Ölpreis – und beflügelt zugleich das Gold.

Waffenruhe zwischen USA und Iran entlastet Ölmarkt

Gold legte am Montag um rund ein Prozent zu. Der Preis rückt damit wieder näher an die 4.100-Dollar-Marke heran. Erst vor wenigen Tagen war das Edelmetall auf ein Neun-Monats-Tief gefallen.

Der Auslöser: stark fallende Ölpreise. Seit Freitagabend setzen die USA ihre knapp zweiwöchige Angriffskampagne gegen den Iran offenbar aus. Eine offizielle Ankündigung dazu gibt es bislang nicht.

Teheran erklärte im Gegenzug, seine Vergeltungsschläge zu beenden. Der Iran führte außerdem Gespräche mit Oman zur Straße von Hormus.

Die Entspannung markiert einen Wendepunkt. Wochenlang hatte die eskalierende Gewalt im Nahen Osten die Märkte belastet. Lieferunterbrechungen reichten von der Straße von Hormus bis zum Roten Meer.

Mit sinkendem Konfliktdruck schwindet auch eine Sorge: die Angst vor einer energiepreisgetriebenen Inflationswelle. Diese hatte Gold zuletzt belastet – schließlich wirft das zinslose Edelmetall selbst keine Erträge ab.

Notenbanken kaufen trotz hoher Preise weiter

Parallel zur geopolitischen Entwicklung liefert die Nachfrageseite frische Rekordzahlen. Zentralbanken halten inzwischen gemeinsam 36.664,5 Tonnen Gold. Das entspricht 16,7 Prozent des gesamten jemals geförderten Golds der Menschheitsgeschichte.

Im Juli überschritten die offiziellen Bestände erstmals die Marke von 36.600 Tonnen. Ein neuer Rekord.

Besonders auffällig bleibt Polen. Das Land kaufte 2025 insgesamt 102 Tonnen Gold. Allein in den ersten Monaten 2026 legte es weitere 63,6 Tonnen nach.

Die USA verfügen weiterhin über die größten offiziellen Goldreserven weltweit – 8.133 Tonnen.

Auch global bleibt die Bilanz positiv. 2026 kauften Zentralbanken bislang 224,2 Tonnen Gold, verkauften aber auch 221,4 Tonnen. Unterm Strich bleibt ein Nettokauf von rund drei Tonnen.

Fed-Sitzung und Zinserwartungen im Blick

Trotz der geopolitischen Entspannung bleibt die Geldpolitik ein Unsicherheitsfaktor. Die Fed dürfte die Zinsen am Mittwoch zunächst unverändert lassen. Für September rechnen viele Beobachter dann mit einer Anhebung.

Einige Marktteilnehmer glauben jedoch, dass die Notenbank schon jetzt handelt – wegen neu aufkeimender Inflationssorgen.

Zwei Kräfte ziehen derzeit an Gold: die schwindende geopolitische Prämie auf der einen, die robuste Notenbank-Nachfrage auf der anderen Seite. Das dürfte den Preis in den kommenden Handelstagen nahe der 4.100-Dollar-Marke halten. Im Blick bleiben die Verhandlungen zwischen Teheran und Washington sowie die Fed-Entscheidung am Mittwoch.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.