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Gold: Marktbeobachtung bleibt konstant

Der Goldpreis korrigiert trotz Nahost-Eskalation, da Gewinnmitnahmen und starke US-Daten den Dollar stützen. Analysten halten jedoch an ihren langfristig positiven Prognosen fest.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Geopolitische Spannungen treiben Gold nicht weiter
  • Starke US-Konjunkturdaten stützen den Dollar
  • Physische Nachfrage aus China lässt nach
  • Langfristige Bullen-Ziele bei Banken bleiben intakt

Ein Krieg um Energieinfrastruktur, eine blockierte Meerenge — und Gold fällt trotzdem. Was am Dienstag an den Märkten passiert, widerspricht dem klassischen Lehrbuch.

Der Spotpreis notiert bei rund 4.795 US-Dollar, ein Minus von knapp einem Prozent gegenüber dem Montag-Schluss. Die Marke von 4.800 Dollar ist damit vorerst verloren. Auf Sicht von 30 Tagen steht Gold noch immer rund sieben Prozent im Plus — der heutige Rücksetzer ist also kein Einbruch, sondern eine Korrektur innerhalb einer laufenden Aufwärtsbewegung.

Wenn gute Nachrichten schlechte Kurse machen

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben sich in den letzten 48 Stunden verschärft. Berichte über Angriffe auf Energieinfrastruktur und eine teilweise Blockade der Straße von Hormus kursierten. Normalerweise treibt das den Goldpreis nach oben.

Marktbeobachter sprechen von einer „Sell-the-News“-Reaktion. Gold hatte im ersten Quartal Rekordhöhen von über 5.500 Dollar erreicht. Wer früh eingestiegen ist, nimmt jetzt Gewinne mit — unabhängig davon, was geopolitisch passiert.

Starke US-Daten stützen den Dollar

Parallel drücken kräftige Konjunkturdaten auf den Goldpreis. Der Geschäftsaussichtsindex der Philadelphia Fed sprang im April auf 26,7 Punkte — nach 18,1 im Vormonat. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sanken auf 207.000. Beides übertraf die Erwartungen deutlich.

Die Folge: Der Dollar zieht an, Anleiherenditen steigen. Für Gold ist das ein doppelter Gegenwind. Das unverzinste Metall verliert an Attraktivität, wenn Zinspapiere mehr abwerfen. Ferner verteuert ein stärkerer Dollar den Kauf für internationale Käufer.

Chinas Nachfrage bricht weg

Eine strukturelle Verschiebung verstärkt den Druck. Der Preisaufschlag an der Shanghaier Goldbörse gegenüber dem Londoner Spotmarkt — der sogenannte China-Spread — ist nahezu verschwunden. Lag er in der Vorwoche noch bei 12 Dollar je Unze, notierte er zuletzt bei rund einem Dollar. Das signalisiert: Die physische Nachfrage aus Asien schwächelt. Die Preisbildung verlagert sich zurück in den Westen, wo institutionelle Kapitalströme und Makrodaten das Geschehen bestimmen.

Langfristiger Ausblick bleibt konstruktiv

Trotz der Korrektur halten große Häuser an bullischen Jahreszielen fest. J.P. Morgan nennt für Ende 2026 eine Spanne von 6.000 bis 6.300 Dollar. Wells Fargo skizziert für 2027 sogar ein Szenario bis 8.000 Dollar. Rückenwind kommt auch von Zentralbanken: Die Goldbestände des Eurosystems wuchsen bis Mitte April auf fast 1,4 Billionen Euro.

Kurzfristig muss Gold die 4.800-Dollar-Marke zurückerobern, um das Momentum zu stabilisieren. Hält die technische Unterstützung bei 4.725 Dollar, dürfte der Rücksetzer begrenzt bleiben.

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Diskussion zu Gold

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.