Gold steuert auf eine historische Marke zu und könnte das stärkste Jahr seit 1979 verzeichnen. Getrieben von neuen Hoffnungen auf sinkende US-Zinsen und einer unersättlichen Nachfrage der Zentralbanken kennt der Preis derzeit kaum Halten. Doch ist diese Rallye nachhaltig oder droht angesichts der enormen Kursgewinne bald die Überhitzung?
Die Bullen haben das Ruder fest in der Hand. Verantwortlich für den jüngsten Schub sind massiv gestiegene Wetten auf eine Zinswende in den USA. Die Märkte preisen inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von über 85 Prozent ein, dass die US-Notenbank Fed bereits im Dezember die Zinsen um 25 Basispunkte senken wird. Noch vor einer Woche lag dieser Wert bei lediglich 50 Prozent – ein dramatischer Stimmungsumschwung.
Auslöser für den Optimismus waren mehrere Faktoren:
- Dovish-Signale der Fed: Gouverneur Christopher Waller und John Williams aus New York äußerten sich überraschend offen für Zinssenkungen.
- Schwache Konjunkturdaten: Enttäuschende US-Einzelhandelszahlen schüren die Hoffnung, dass die Fed gegensteuern muss.
- Personelle Spekulationen: Mit Kevin Hassett ist ein potenzieller Fed-Vorsitzender im Gespräch, der als Befürworter niedriger Zinsen gilt.
Silber im Kaufrausch
Diese Gemengelage katapultierte nicht nur Gold nach oben. Der „kleine Bruder“ Silber stahl dem gelben Metall fast die Show und markierte mit 56,78 US-Dollar je Feinunze ein neues Allzeithoch. Technische Ausbrüche lockten hier massiv spekulative Käufer an. Selbst ein mehrstündiger technischer Ausfall bei der CME Group, der die Spreads für Gold-Futures kurzzeitig auf extreme 20 Dollar ausweitete, konnte die positive Grundstimmung am Freitag nicht brechen.
Wie stark der Aufwärtsdruck aktuell ist, zeigen die nackten Zahlen: Gold beendete die Woche mit einem Schlusskurs von 4.218,30 USD. Damit notiert das Edelmetall praktisch direkt am 52-Wochen-Hoch von 4.221,30 USD – der Abstand beträgt nur noch winzige 0,07 Prozent. Mit einem Plus von fast 4 Prozent auf Wochensicht bleibt das Momentum extrem stark.
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Zentralbanken gierig, Asien zögert
Während spekulative Anleger auf die Zinskarte setzen, gibt es einen weiteren, mächtigen Treiber: die Zentralbanken. Seit 2022 kaufen diese Institutionen jährlich über 1.000 Tonnen Gold, was einer Verdopplung des Zehnjahresdurchschnitts entspricht. Ihr Anteil an der globalen Nachfrage ist signifikant gestiegen und bildet einen soliden Boden für den Preis.
Doch die Medaille hat eine Kehrseite. Das extrem hohe Preisniveau beginnt, die physische Nachfrage in den klassischen Absatzmärkten abzuwürgen. In Indien stockt der Absatz trotz Hochzeitssaison, und in China sorgt das Ende bestimmter Steuerbefreiungen für Kaufzurückhaltung.
Mit einem Jahresgewinn von rund 60 Prozent bleibt Gold dennoch das Maß aller Dinge. Solange die Kombination aus Zinssenkungsfantasie und institutionellen Käufen anhält, dürften Rücksetzer von Anlegern lediglich als Einstiegschancen begriffen werden.
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