398 Nettobestellungen? Falsche Branche — aber ähnlich verblüffende Zahlen liefert der Goldmarkt: Chinesische Anleger kauften im ersten Quartal 2026 so viele Goldbarren und -münzen wie nie zuvor in der Geschichte.
Der World Gold Council veröffentlichte am Mittwoch seinen Quartalsbericht — und die Zahlen zeigen ein gespaltenes Bild. Die globale Goldnachfrage kletterte um 2 Prozent auf 1.231 Tonnen. Wertmäßig ist das ein anderes Kaliber: Der Gesamtwert stieg um 74 Prozent auf 193 Milliarden US-Dollar.
Anleger kaufen, Schmuckkäufer zögern
Der Treiber ist eindeutig: Goldbarren und -münzen verzeichneten ein Plus von 42 Prozent auf 474 Tonnen. China allein kam auf 207 Tonnen — ein neuer Rekord, der den alten Höchststand aus dem zweiten Quartal 2013 um rund ein Drittel übertrifft. Europa und die USA legten ebenfalls kräftig zu.
Die Kehrseite: Schmuck bricht ein. Der Goldschmuckkonsum fiel um 23 Prozent auf 300 Tonnen. Hohe Preise drücken auf die Konsumlaune — ein klassisches Muster, wenn das Edelmetall auf Allzeithochnähe notiert.
Preisdruck trotz starker Fundamentaldaten
Genau das ist die Spannung des Moments. Während die Investmentnachfrage boomt, verliert Gold an Kurswert. Mit rund 4.569 US-Dollar je Feinunze liegt der Preis rund 6 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt — und gut 16 Prozent unter dem Januarhoch von 5.450 US-Dollar.
Als Belastungsfaktoren gelten festgefahrene Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran sowie die anhaltende Schließung der Straße von Hormus. Steigende Ölpreise heizen die Inflationssorgen an. Das wiederum nährt Erwartungen, dass Zentralbanken die Zinsen länger hochhalten — was das zinslose Edelmetall strukturell belastet.
Analysten sehen weiter nach oben
Die mittelfristigen Erwartungen bleiben trotzdem bullish. Eine Reuters-Umfrage unter 31 Analysten taxiert das Jahresziel auf 4.916 US-Dollar — der höchste Wert seit Beginn der Erhebung 2012. Goldman Sachs peilt 5.400 US-Dollar an. J.P. Morgan und Wells Fargo halten sogar 6.300 US-Dollar für möglich.
UBS senkte das kurzfristige Ziel auf 5.200 US-Dollar bis Juni, hält aber an 5.900 US-Dollar bis Jahresende fest. Der WGC sieht geopolitische Risiken, Stagflationssorgen und anhaltende Zentralbankkäufe als strukturelle Stützen.
Am heutigen Abend beendet die US-Notenbank ihre zweitägige Sitzung. Fed-Chef Powell dürfte mit jedem Hinweis auf eine geldpolitische Wende — oder deren Fehlen — unmittelbar auf den Goldpreis wirken.
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