Gold meldet sich zurück. Nach vier harten Verlustwochen fasst das Edelmetall wieder Fuß. Schwache US-Arbeitsmarktdaten lieferten den nötigen Rückenwind für steigende Kurse. Die Feinunze kletterte bis Freitagabend auf 4.187,30 US-Dollar.
Das entspricht einem Wochenplus von gut zwei Prozent. Langfristig bleibt das Bild allerdings eingetrübt. Seit Jahresbeginn steht noch immer ein Minus von fast vier Prozent auf der Kurstafel. Der Abstand zum Rekordhoch bei rund 5.626 US-Dollar bleibt gewaltig.
Zinswende-Fantasie stützt den Kurs
Die US-Wirtschaft kühlt spürbar ab. Das dämpft die Sorge vor weiteren Leitzinserhöhungen durch die US-Notenbank unter ihrem Chef Kevin Warsh. In der Folge gaben die Renditen von US-Staatsanleihen nach. Auch der US-Dollar verlor an Stärke. Die Folge: Das zinslose Edelmetall wird für Anleger wieder attraktiver.
Experten der Commerzbank werten den Preisanstieg als logische Gegenbewegung. Im zweiten Quartal war Gold zuvor um 14 Prozent eingebrochen. Der schnelle Boden über der 4.000-Dollar-Marke beruhigt nun die Nerven der Marktakteure.
JPMorgan streicht Kursziel zusammen
Einige Großbanken ziehen aus dem schwachen Umfeld trotzdem Konsequenzen. JPMorgan kappte das Kursziel für Ende 2026 drastisch. Die Analysten senkten ihre Erwartung von 6.000 auf nur noch 4.500 US-Dollar. Sie begründen den harten Schnitt mit einer schwächelnden physischen Nachfrage in wichtigen Abnehmerregionen.
Langfristig bleiben Marktbeobachter optimistischer. Globale Zentralbanken kaufen weiterhin fleißig Bestände auf. Geopolitische Risiken wie der US-Iran-Konflikt stärken den Status als sicherer Hafen. Obendrein sieht der World Gold Council asiatische Investoren als zunehmend treibende Kraft.
Hürden auf dem Weg nach oben
Charttechnisch stehen dem Edelmetall schwere Aufgaben bevor. Der Abwärtstrend der vergangenen Wochen ist noch intakt. Der wichtige 50-Tage-Durchschnitt verläuft aktuell bei rund 4.415 US-Dollar. Diese Marke blockiert den direkten Weg nach oben.
In der neuen Handelswoche schauen Marktakteure auf frische Konjunkturdaten. Der ISM-Dienstleistungsindex liefert neue Einblicke in die US-Wirtschaft. Zeitgleich geben die Protokolle der jüngsten Fed-Sitzung Aufschluss über die interne Zinsdebatte. Fallen diese Daten robust aus, droht ein erneuter Test der 4.000-Dollar-Unterstützung.
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