Der Goldpreis gibt zum Wochenstart nach. Gescheiterte Nuklearverhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Pakistan haben die Sorgen um eine Hormuz-Blockade neu entfacht — und Gold unter Druck gesetzt. Gleichzeitig nutzen institutionelle Investoren den Rücksetzer gezielt zum Einstieg.
Warum der Preis nachgibt
Die Gespräche in Pakistan endeten ohne Einigung. Washington wirft Teheran vor, seine nuklearen Ambitionen nicht einschränken zu wollen; der Iran forderte seinerseits Kontrolle über die Straße von Hormuz, Kriegsreparationen und Zugang zu eingefrorenen Auslandsvermögen. Mit dem Scheitern der Verhandlungen stiegen Ölpreis und Marktspannung — Gold fiel auf rund 4.720 USD pro Unze und gab damit einen Teil der Vorwochenerholung wieder ab.
Seit Beginn des Konflikts hat das Metall mehr als 10 % verloren. Vom Allzeithoch bei 5.595 USD, erreicht am 29. Januar, trennen den Preis derzeit rund 15 %. Technisch bleibt das Bild belastet: Der MACD notiert im negativen Bereich, der RSI fiel auf 43,50.
UBP kauft — und hält am $6.000-Ziel fest
Während der Spotpreis nachgibt, handelt die Schweizer Privatbank Union Bancaire Privée (UBP) antizyklisch. Paras Gupta, Head of Discretionary Portfolio Management Asien, erklärte, die Bank baue Goldpositionen schrittweise wieder auf — von rund 3 % auf aktuell etwa 6 % der diskretionären Portfolios, mit weiteren Erhöhungen geplant. Der Aufbau erfolgt über physisch besicherte Gold-ETFs.
UBPs Jahresend-Ziel von 6.000 USD bleibt unverändert. Die Begründung: anhaltende Zentralbankkäufe, Druck durch Haushaltsdefizite und geopolitische Unsicherheit. Globale Zentralbanken kauften im Februar netto 27 Tonnen Gold, angeführt von Polen mit einem Einzelmonatskauf von 20 Tonnen. Gold-ETFs verzeichneten im April bislang Zuflüsse von rund 20 Tonnen — nach dem größten monatlichen Nettoabfluss seit fünf Jahren im März.
Das $6.000-Ziel setzt allerdings voraus, dass Gold den Widerstand bei 4.800 USD (50-Tage-EMA) überwindet und anschließend die 5.100-USD-Marke auf hohem Volumen zurückerobert.
Frankreichs stiller Milliardengewinn
Abseits der Tagesdynamik sorgt ein strukturelles Thema für Gesprächsstoff: Die Banque de France verkaufte zwischen Juli 2025 und Januar 2026 rund 129 Tonnen älterer Goldbarren aus dem Lager der Federal Reserve in New York und kaufte gleichzeitig gleichwertige Mengen neuerer LBMA-Standardbarren auf dem europäischen Markt — eingelagert in Paris. Das Ergebnis: ein Buchgewinn von 12,8 Milliarden Euro, der die Zentralbank von einem Verlust von 7,7 Milliarden Euro im Jahr 2024 in einen Nettogewinn von 8,1 Milliarden Euro für 2025 katapultierte. Frankreich hält nun alle 2.437 Tonnen seiner Goldreserven auf eigenem Boden.
Zum Vergleich: Rund 37 % der deutschen Goldreserven lagern nach wie vor bei der Federal Reserve in New York und der Bank of England in London. Weitere 134 Tonnen älterer französischer Barren sollen bis 2028 auf den aktuellen Standard gebracht werden.
Ausblick: PPI-Daten und Hormuz im Blick
Diese Woche richten sich die Augen auf die US-Erzeugerpreisdaten (PPI) für März sowie auf mögliche Entwicklungen rund um die Hormuz-Blockade. Der jüngste CPI-Bericht zeigte einen Anstieg der US-Inflation auf 3,3 % — den höchsten Stand seit Mai 2024. Die Märkte sehen derzeit nur eine 30-prozentige Chance auf eine Zinssenkung im Dezember. Institutionelle Jahresend-Ziele reichen von 5.400 USD (Goldman Sachs) bis 6.300 USD (JPMorgan, Wells Fargo); State Street verortet den strukturellen Boden bei 4.000 bis 4.100 USD.
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