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Symbolbild, KI-generiert

Gold: Indien erhöht Importzölle auf 15 Prozent

Gold schließt bei 4.546 Dollar, belastet von hawkishem Fed-Protokoll und steigenden Realrenditen. Zentralbankkäufe stützen jedoch.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Gold schließt bei 4.546 Dollar
  • Fed-Protokoll deutet auf Zinserhöhungen
  • Öl-Schock verstärkt Inflationsängste
  • Zentralbanken kaufen weiter Gold

Gold macht es dem Markt gerade nicht leicht. Das Edelmetall findet Käufer, obwohl das jüngste Fed-Protokoll eher nach höheren Zinsen klingt. Genau darin liegt der Kern der Bewegung: Inflationsangst stützt die Nachfrage, steigende Realrenditen bremsen den Preis.

Am Mittwoch schloss Gold bei 4.546,20 Dollar. Auf Wochensicht liegt XAU/USD dennoch 2,82 Prozent im Minus, auf Monatssicht sind es 4,06 Prozent.

Fed-Protokoll verschiebt Zinsbild

Das Protokoll der April-Sitzung zeigt eine klarere Straffungsneigung innerhalb der US-Notenbank. Eine Mehrheit unterstützt weitere Schritte, falls die Inflation hartnäckig über dem 2-Prozent-Ziel bleibt. Auffällig war auch die 8-zu-4-Abstimmung für unveränderte Zinsen — ein ungewöhnlich hoher Dissens.

Kevin Warsh prägt diese Debatte nun als neuer Fed-Chef. Er wurde Mitte Mai 2026 vereidigt, nach einem ungewöhnlich knappen Votum im Senat. Jerome Powell gibt den Vorsitz ab, bleibt aber im Board der Notenbank.

Der Grund für den härteren Ton liegt in den Preisdaten. Der US-Verbraucherpreisindex stieg auf 3,8 Prozent. Erwartet worden waren 3,7 Prozent, nach 3,3 Prozent im Vormonat.

An den Terminmärkten ist eine Zinssenkung für 2026 nahezu ausgepreist. Für Dezember liegt die eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung inzwischen über 50 Prozent. Das ist für Gold grundsätzlich Gegenwind, weil höhere Realzinsen das zinslose Metall weniger attraktiv machen.

Öl-Schock verstärkt den Druck

Der Nahost-Konflikt verschärft die Lage zusätzlich. Die Schließung der Straße von Hormus hat laut Internationaler Energieagentur zur größten Angebotsunterbrechung in der Geschichte des globalen Ölmarkts geführt. Das treibt Energiepreise und hält die Inflationsdebatte am Leben.

Damit erklärt sich auch die widersprüchliche Marktreaktion. Gold profitiert zwar von Krisen- und Inflationssorgen. Der Preis leidet aber, sobald der Markt daraus eine längere Phase hoher US-Zinsen ableitet.

Hinzu kommt ein Belastungsfaktor auf der Nachfrageseite. Indien erhöhte Anfang Mai die Importzölle auf Gold und Silber auf 15 Prozent, zuvor lagen sie bei 6 Prozent. Das trifft einen der wichtigsten physischen Goldmärkte direkt.

Zentralbanken bleiben Stütze

Die strukturelle Nachfrage ist dennoch nicht verschwunden. Zentralbanken kauften im ersten Quartal netto 244 Tonnen Gold, ein Plus von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Käufe bilden ein Fundament, auch wenn sie kurzfristige Zinssorgen nicht vollständig ausgleichen.

Goldman Sachs bleibt entsprechend konstruktiv. Die Bank sieht Gold bis Ende 2026 bei 5.400 Dollar je Unze und verweist auf anhaltende Zentralbankkäufe im Zuge der Diversifizierung weg vom US-Dollar. Rund 70 Prozent der bei einer Goldman-Konferenz befragten Zentralbanken erwarten steigende globale Goldreserven.

Am 21. Mai rücken die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie die PMI-Daten für Industrie und Dienstleistungen in den Blick. Starke Konjunktur- oder Preissignale würden die hawkischen Zinswetten stützen; schwächere Daten könnten Gold dagegen etwas Luft verschaffen.

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