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Gold: Goldman Sachs peilt 4.900 Dollar an

Nach dem Kursrutsch auf 4.454,60 Dollar halten Goldman Sachs, Crédit Agricole und Bank of America an hohen Goldpreiszielen fest.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Gold verliert 3,2 Prozent am Freitag
  • Goldman Sachs erwartet 4.900 Dollar
  • Zentralbanken kaufen weiterhin große Mengen
  • Gold-ETF reduziert Bestand um vier Tonnen

Trotz des kräftigen Rücksetzers vom Freitag bleiben große Häuser an der Wall Street bei ihren optimistischen Goldprognosen. Goldman Sachs sieht das Edelmetall bis Jahresende bei 4.900 Dollar je Feinunze, Crédit Agricole hält an einem Ziel von 5.000 Dollar fest, und die Bank of America nennt dieselbe Marke für 2027. Die Diskrepanz zwischen kurzfristiger Kursschwäche und langfristig bullishem Analystenlager prägt derzeit die Debatte um den Goldpreis.

Am Freitag war der Goldpreis um 3,2 Prozent auf 4.454,60 Dollar je Feinunze gefallen, nachdem Fed-Chef Kevin Warsh bei seiner Rede in Jackson Hole am Vortag eine deutlich striktere geldpolitische Haltung signalisiert hatte. Die dreiwöchige Aufwärtsserie des Metalls fand damit ihr Ende. Auf Wochensicht steht ebenfalls ein Minus von 3,2 Prozent zu Buche, während der Goldpreis auf 30-Tage-Sicht mit 9,5 Prozent weiterhin deutlich im Plus notiert.

Warsh-Rede als Belastungsfaktor

Warsh hatte in seiner Rede die These zurückgewiesen, wonach steigende Löhne automatisch Inflation erzeugen, und stattdessen auf eine seit 65 Monaten über dem Ziel liegende Teuerung verwiesen.

Der Markt preist inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von rund 55 bis 60 Prozent für eine Zinserhöhung bei der nächsten Fed-Sitzung am 16. September ein. Höhere Zinsen schmälern die Attraktivität von Gold, das keine laufenden Erträge abwirft – ein klassischer Belastungsfaktor, der die jüngste Verkaufswelle erklärt.

Der SPDR Gold Trust, der weltweit größte gold-gedeckte Fonds, reagierte prompt: Er verkaufte am Freitag vier Tonnen aus seinem Bestand, der damit auf 1.042,4 Tonnen sank. Das Signal aus dem größten ETF der Branche gilt vielen Marktteilnehmern als Stimmungsbarometer für institutionelles Interesse am Edelmetall.

Zentralbanken als Stützpfeiler der Prognosen

Die optimistischen Kursziele von Goldman Sachs stützen sich maßgeblich auf die anhaltend hohen Käufe der Notenbanken, die 2026 im Schnitt rund 50 Tonnen pro Monat erwerben – deutlich mehr als die 17 Tonnen, die vor 2022 üblich waren. Im Juni lag das Volumen sogar bei 100 Tonnen. Diese strukturelle Nachfrage bildet für die Bank das Fundament ihrer Prognose von 4.900 Dollar bis Jahresende, trotz der kurzfristigen Volatilität durch den Zinsschock.

Charttechnisch bewegt sich Gold nach dem Rücksetzer nun wieder unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 4.544,86 Dollar, ein Abstand von rund 2,0 Prozent. Gegenüber dem kurzfristigeren 50-Tage-Durchschnitt von 4.214,49 Dollar liegt der aktuelle Kurs dagegen weiterhin deutlich im Plus, was die übergeordnete Aufwärtsbewegung der vergangenen Monate unterstreicht. Der RSI von 54,8 signalisiert dabei weder überkaufte noch überverkaufte Bedingungen und lässt Raum in beide Richtungen.

Uneinigkeit unter Anlegern

Die Reaktionen auf den Kursrutsch fallen gemischt aus. Während Goldman Sachs, Crédit Agricole und die Bank of America an ihren hochgesteckten Zielen festhalten, zeigen die Abflüsse aus physisch besicherten Fonds, dass zumindest ein Teil der Marktteilnehmer kurzfristig vorsichtiger geworden ist.

Die kommenden Wochen bis zur Fed-Sitzung im September dürften zeigen, ob die strukturelle Nachfrage der Zentralbanken die geldpolitische Unsicherheit überwiegt.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.