Startseite » Forex » Gold: Fed-Falle schnappt zu

Gold: Fed-Falle schnappt zu

Der Goldpreis erlebt den stärksten wöchentlichen Verlust seit Jahren, nachdem die US-Notenbank Zinssenkungspläne streicht. Die Kombination aus steigenden Renditen und einem starken Dollar belastet das zinslose Edelmetall.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Stärkster wöchentlicher Verlust seit März 2020
  • Fed streicht Zinssenkung wegen Inflationssorgen
  • Chinesische Zentralbank kauft Gold weiterhin zu
  • Charttechnisch deutet sich weiterer Abwärtsdruck an

Nach einem monatelangen Höhenflug jenseits der 5.000-Dollar-Marke erlebt das Edelmetall derzeit einen schmerzhaften Realitätscheck. Die schwächste Handelswoche seit März 2020 hat fast 1.000 US-Dollar an Wert ausradiert. Verantwortlich dafür ist kein gewöhnlicher Verkaufsdruck, sondern ein fundamentales Dilemma der US-Notenbank, das die klassische Rolle des sicheren Hafens plötzlich infrage stellt.

Zinsen und Inflation als Spielverderber

Der plötzliche Gegenwind hat einen klaren geldpolitischen Ursprung. Weil die US-Erzeugerpreise im Februar mit einem Plus von 0,7 Prozent deutlich über den Erwartungen lagen und geopolitische Spannungen am Persischen Golf das Öl verteuern, befürchtet die Fed eine hartnäckige Inflation. Folgerichtig strichen die Währungshüter eine ihrer zwei geplanten Zinssenkungen für das Jahr 2026 aus den Prognosen.

Die Reaktion an den Anleihemärkten ließ nicht lange auf sich warten. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen sprangen auf 4,2 Prozent, parallel dazu kletterte der Dollar-Index in Richtung der 100-Punkte-Marke. Für ein zinsloses Anlagegut wie Gold ist dieses Umfeld äußerst belastend. Die gesamte vorherige Aufwärtsbewegung basierte stark auf der Erwartung fallender Realrenditen und eines schwächeren US-Dollars.

Struktureller Trend bleibt intakt

Die Marktreaktion fiel entsprechend heftig aus. Innerhalb von nur drei Märzwochen rutschte der Kurs von seinem Hoch bei über 5.400 US-Dollar auf 4.491 US-Dollar zum Wochenschluss am 20. März ab. Dilin Wu, Marktstratege bei Pepperstone, ordnet die Entwicklung jedoch nüchtern ein. Er sieht in den massiven Liquidationen eine notwendige Anpassung der Preislogik und keine Umkehr des langfristigen Trends.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Goldpreis LBMA?

Tatsächlich stützen institutionelle Käufe weiterhin den Markt und federn den Absturz ab. Chinesische Gold-ETFs verzeichneten zuletzt starke Zuflüsse in Höhe von umgerechnet 640 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig stockte die Zentralbank in Peking ihre Goldreserven den 16. Monat in Folge auf, womit das Edelmetall nun zehn Prozent der gesamten chinesischen Devisenreserven ausmacht.

Technische Lage und Ausblick

Charttechnisch präsentiert sich das Bild aktuell stark angeschlagen. Obwohl Oszillatoren auf einen überverkauften Zustand hindeuten, signalisiert der Rückprall von wichtigen Durchschnittslinien anhaltenden Abwärtsdruck. Ein nachhaltiges Nachlassen der Verkäufer erfordert eine Rückkehr und Konsolidierung oberhalb der Marke von 4.825 US-Dollar.

Am kommenden Montag wird zunächst eine Konsolidierung in der Spanne zwischen 4.645 und 4.760 US-Dollar erwartet. Richtungsweisend für die weitere Preisentwicklung der nächsten Tage sind die anstehenden US-Einkaufsmanagerindizes sowie die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Trotz des jüngsten Preisrutsches bleiben die langfristigen Treiber wie die anhaltende Zentralbanknachfrage und das strukturelle Stagflationsrisiko fundamental bestehen.

Anzeige

Goldpreis LBMA: Kaufen oder verkaufen?! Neue Goldpreis LBMA-Analyse vom 21. März liefert die Antwort:

Die neusten Goldpreis LBMA-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Goldpreis LBMA-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Goldpreis LBMA: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Goldpreis LBMA

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.

Weitere Nachrichten zu Goldpreis LBMA