Fünfzehn Jahre lang galten Notenbanken als verlässliche Stütze des Goldmarktes. Nun bröckelt dieser historische Käufer-Konsens massiv. Ausgerechnet staatliche Akteure treten plötzlich als Verkäufer auf und setzen den Preis des Edelmetalls unter Druck.
Im Zentrum der Entwicklung steht die Türkei. Die Notenbank in Ankara hat in den vergangenen Wochen rund 127 Tonnen Gold abgestoßen oder verliehen. Ein Großteil davon dient als Sicherheit für Währungsswaps, um dringend benötigte Dollar-Liquidität zu beschaffen. Die Lira steht wegen steigender Energiepreise infolge des Irankriegs massiv unter Druck.
Die Transaktionen hinterlassen tiefe Spuren in der türkischen Bilanz. Der Wert der nationalen Goldreserven brach gegenüber dem Vormonat um fast ein Viertel auf 101,5 Milliarden US-Dollar ein. Parallel dazu veräußert auch Russland Teile seiner Bestände. Moskau zielt dabei allerdings weniger auf kurzfristige Marktstabilisierung ab, sondern nutzt die hohen Edelmetallpreise gezielt zur Haushaltsfinanzierung.
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China kauft gegen den Trend
Die massiven Abflüsse machen sich am Markt bemerkbar. Aktuell notiert die Feinunze bei rund 4.722 US-Dollar und hat sich damit spürbar von ihrem Rekordhoch aus dem Januar entfernt. Ein totaler Preisverfall bleibt indes aus, weil asiatische Notenbanken weiter zugreifen. Die People’s Bank of China meldete kürzlich den 17. Kaufmonat in Folge und stockte ihre Reserven auf über 2.300 Tonnen auf.
Analysten passen Kursziele an
Die großen Investmentbanken ziehen erste Konsequenzen aus dem veränderten Angebot. Morgan Stanley senkte das Kursziel für das zweite Halbjahr deutlich auf 5.200 US-Dollar je Unze. Goldman Sachs hält dagegen an der bisherigen Prognose fest und erwartet bis Jahresende einen Anstieg auf 5.400 US-Dollar.
Die nächste Richtungsentscheidung für das Edelmetall fällt bereits in dieser Woche. Am 28. und 29. April tagt die US-Notenbank Fed. Da Gold zuletzt extrem zinssensibel reagierte, dürften die begleitenden Aussagen zur Geldpolitik den Kurs kurzfristig stärker bewegen als die physischen Verkäufe am Bosporus.
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