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Gold: Erzeugerpreisindex entscheidet über 4.500 Dollar

Gold gibt nach Rally leicht nach, Anleger fokussieren US-Erzeugerpreise. Schwache Daten könnten Zinserhöhungsdruck mindern und den Goldpreis Richtung 4.500 Dollar treiben.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Goldpreis fällt um 1,1 Prozent
  • Inflationsdaten senken Zinserhöhungswahrscheinlichkeit
  • Hormus-Konflikt stützt sichere Anlagen
  • Chartmarken zwischen 4.365 und 4.425 Dollar

Gold pausiert. Nach dem starken Anstieg der vergangenen Tage gibt der Preis am Donnerstag nach. Anleger warten auf den US-Erzeugerpreisindex für Juli – die Daten könnten entscheiden, wie stark die Fed im September an der Zinsschraube dreht.

Aktuell notiert Gold bei 4.420,30 US-Dollar, ein Rückgang von 1,1 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 2,8 Prozent, auf Monatssicht sogar von 8,9 Prozent. Der Rücksetzer wirkt damit eher wie eine Verschnaufpause nach einer kräftigen Rally, nicht wie eine Trendwende.

Verbraucherpreise bremsen Zinserhöhungserwartungen

Der Auslöser für die jüngste Gold-Rally lag in den US-Verbraucherpreisen. Diese stiegen im Juli nur um 0,1 Prozent im Monatsvergleich – exakt im Rahmen der Erwartungen. Im Jahresvergleich verlangsamte sich der Anstieg auf 3,4 Prozent, nach 3,5 Prozent im Juni.

Die Kernrate ohne Lebensmittel und Energie legte um 0,2 Prozent im Monat und 2,5 Prozent im Jahr zu. Für Händler war das ein klares Signal: Die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung im September sank von 46 auf rund 40 Prozent. Weniger Zinserhöhungsdruck bedeutet in der Regel mehr Rückenwind für Gold, das keine Zinsen abwirft und von einer lockeren Geldpolitik profitiert.

Die Fed hatte den Leitzins am 29. Juli unverändert in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Drei von zwölf stimmberechtigten Mitgliedern votierten damals für eine Erhöhung. Der Markt bleibt also gespalten – und genau das macht den heutigen Erzeugerpreisindex so wichtig.

Fällt der Bericht schwächer aus als erwartet, dürfte sich die Abkühlung der Inflation bestätigen. Das könnte die Zinserhöhungswahrscheinlichkeit weiter drücken und Gold neue Kraft für einen Test der 4.500-Dollar-Marke geben. Ein überraschend starker Wert hätte den gegenteiligen Effekt: Er würde die Zinserhöhungsdebatte neu anheizen und Gold unter Druck setzen.

Hormus-Konflikt hält Safe-Haven-Nachfrage am Leben

Neben den Inflationsdaten bleibt die Lage im Nahen Osten ein Faktor. Präsident Donald Trump behauptete, die USA hätten „totale Kontrolle“ über die Straße von Hormus. Pakistans Verteidigungsminister erklärte dagegen, die USA und der Iran seien „nahe an einer Art Vereinbarung“ zur Wiedereröffnung der Meerenge.

Der Iran selbst erklärte, die Straße bleibe geschlossen, solange Washington seine Bedingungen nicht akzeptiert. Angriffe auf zwei Schiffe trieben zuletzt die Ölpreise nach oben und verstärkten die Sorgen vor Lieferunterbrechungen.

Ein UBS-Analyst ordnet die Lage ein: „Gold hat sich in letzter Zeit irgendwie vom Öl entkoppelt, unterstützt von erneuten ETF-Zuflüssen sowie starker chinesischer und Zentralbank-Nachfrage.“ Der Goldpreis folgt aktuell also weniger dem Ölmarkt als eigenen, strukturellen Nachfragetreibern.

Diese Marken entscheiden über die nächste Bewegung

Charttechnisch rückt eine enge Zone in den Fokus. Fawad Razaqzada von Forex.com sieht die Spanne zwischen 4.365 und 4.425 US-Dollar als Schlüsselbereich. Bullen müssen diese Zone überwinden, um zu bestätigen, dass sich die Erholung zu etwas Nachhaltigem entwickelt.

Scheitert Gold an dieser Marke, wird die Rally anfällig für eine Konsolidierung. Als wichtigere Abwärtsreferenz nach dem schnellen August-Anstieg gilt dann die 4.300-Dollar-Marke.

Patrick Kennedy von AllSource Investment Management ordnet die aktuelle Lage nüchtern ein: „Dies ist kein Zinssenkungs-Trade, zumindest noch nicht. Die Fed verharrt das ganze Jahr über bei 3,50 bis 3,75 Prozent, und der September war bis zum enttäuschenden Arbeitsmarktbericht durchaus für eine Zinserhöhung im Gespräch.“

Der Erzeugerpreisindex am Abend liefert die nächste konkrete Antwort. Bestätigt er die Abkühlung der Inflation, dürfte Gold die 4.425-Dollar-Zone knacken und den Weg zur 4.500-Marke freimachen. Fällt er unerwartet stark aus, rückt stattdessen die Unterstützung bei 4.300 US-Dollar in den Blick.

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Diskussion zu Gold

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.