Gold hat seine jüngste Erholung gestern nicht fortgesetzt. Nach einem zwischenzeitlichen Ein-Wochen-Hoch drückten ein festerer US-Dollar und die bevorstehenden US-Inflationsdaten auf den Preis. Reuters zufolge standen damit wieder Belastungsfaktoren im Vordergrund, nachdem zuvor ein schwächerer Dollar und niedrigere Ölpreise gestützt hatten. Der Schlusskurs von 4.170,33 USD je Feinunze markiert den Rückschlag nach dem zwischenzeitlichen Hoch.
Der Dollar bremst die Erholung
Die Bewegung zeigt, wie wechselhaft die kurzfristigen Impulse für Gold derzeit sind. Nach dem Rückgang auf ein Zwei-Monats-Tief hatte sich das Edelmetall am Donnerstag und Freitag erholt. Reuters führte diese Gegenbewegung auf nachlassenden Dollar- und Renditedruck sowie Schnäppchenkäufe zurück. Gestern drehte zumindest der Einfluss der US-Währung wieder ins Negative.
Damit beantwortet die jüngste Preisentwicklung vor allem eine Frage: Die Erholung war bislang keine stabile Trendwende. Die Faktoren, die Gold zunächst nach oben getragen hatten, wirkten nicht dauerhaft in dieselbe Richtung. Die erneute Dollarstärke begrenzte den Aufschwung trotz der zuvor eingesetzten Käufe.
Für den nächsten Impuls stehen die amerikanischen Konjunkturdaten im Mittelpunkt. Morgen ist die Veröffentlichung des Verbraucherpreisindex für September vorgesehen. Am Donnerstag folgen Reuters zufolge der Erzeugerpreisindex und die Einzelhandelsumsätze. Die Veröffentlichungen könnten die Erwartungen zum weiteren Zinskurs der Federal Reserve verändern und damit auch Gold beeinflussen.
Fondskäufe bilden ein Gegengewicht
Der kurzfristige Preisdruck steht einer kräftigen Nachfrage über börsengehandelte Goldfonds gegenüber. Im September flossen 10 Mrd. US-Dollar in global besicherte Gold-ETFs. Der gemeldete Quartalsrekord bei den Zuflüssen beträgt 31 Mrd. US-Dollar.
Diese Nachfrage ist für die Einordnung wichtig: Der Rücksetzer beim Preis bedeutet nicht, dass Anleger Goldfonds insgesamt meiden. Vielmehr stehen kurzfristige Belastungen durch Dollar und Datenerwartungen einer ausgeprägten Nachfrage über diese Anlageform gegenüber.
Die globalen Gold-ETFs gewannen im September 67,3 Tonnen hinzu. Ihre Bestände stiegen auf 4.256 Tonnen. Der Aufbau erfolgte trotz eines fallenden Goldpreises im Monatsverlauf.
Für Anleger ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild. Die Fondszuflüsse liefern ein Gegengewicht zum jüngsten Rückschlag, verhindern ihn aber nicht. Kurzfristig richtet sich der Blick deshalb auf die US-Daten und deren Wirkung auf Dollar und Zinserwartungen. Die starke ETF-Nachfrage allein hat die Erholung bislang nicht verstetigt.
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