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Gold: Erholung auf 4.172,50 Dollar nach Trump-Signal

Goldpreis fällt auf Halbjahrestief, erholt sich aber nach Trumps Absage von Iran-Angriffen. Inflation und Zinswende belasten weiter.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • EZB erhöht Leitzins erstmals seit drei Jahren
  • Goldpreis fällt auf tiefsten Stand seit sechs Monaten
  • Trump sagt geplante Angriffe auf Iran ab
  • Physische Goldnachfrage erreicht Rekordniveau

Ein bewährtes Marktmuster funktioniert plötzlich nicht mehr. Trotz monatelanger Spannungen im Nahen Osten geriet der Goldpreis massiv unter Druck. Der Grund dafür liegt in der hartnäckigen Inflation. Zentralbanken drehen an der Zinsschraube und machen das zinslose Edelmetall unattraktiv.

EZB und US-Daten belasten

Am Donnerstag hob die Europäische Zentralbank erstmals seit drei Jahren die Zinsen an. Der Einlagensatz steigt auf 2,25 Prozent. Parallel dazu meldeten die USA alarmierende Erzeugerpreise. Diese kletterten im Mai um 6,5 Prozent.

Steigende Renditen treiben Anleger traditionell in Anleihen. Hinzu kommt ein starker US-Dollar. Die Sperrung der Straße von Hormus störte zuletzt globale Energieflüsse und schürte Inflationsängste. Das trieb die amerikanische Währung nach oben. Die Folge: Gold verteuert sich für Käufer außerhalb des Dollarraums spürbar.

Trump sorgt für Erholung

Unter diesem Druck fiel die Feinunze am Mittwoch auf gut 4.024 US-Dollar. Das markierte den tiefsten Stand seit einem halben Jahr. Am Donnerstagabend drehte die Stimmung abrupt. US-Präsident Donald Trump sagte geplante Angriffe auf den Iran ab.

Auf der Plattform Truth Social sprach er von fortgeschrittenen Verhandlungen. Eine friedliche Lösung rücke in greifbare Nähe. Daraufhin erholte sich der Goldpreis am Donnerstag auf 4.172,50 US-Dollar. Auf Monatssicht steht dennoch ein sattes Minus von rund 11 Prozent auf der Kurstafel.

Rekordnachfrage trifft auf Korrektur

Trotz des Preisverfalls kaufen Investoren physisches Gold. Der World Gold Council meldet für das erste Quartal 2026 eine historische Rekordnachfrage. Weltweit wechselten 1.231 Tonnen den Besitzer. Besonders Barren waren mit fast 398 Tonnen extrem gefragt.

Im Kontrast dazu brach der Schmucksektor ein. Die Nachfrage sank im ersten Quartal auf 335 Tonnen. Besonders in China und im Nahen Osten hielten sich Käufer merklich zurück.

Aktuell notiert das Edelmetall knapp 26 Prozent unter seinem Allzeithoch vom Januar. Technisch gilt der Markt nach den jüngsten Verlusten als überverkauft. Der Kurs ringt nun um die Marke von 4.170 US-Dollar. Fällt diese Unterstützung, rückt das 52-Wochen-Tief bei 3.901 US-Dollar in den Fokus.

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