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Gold: Doppelschlag aus Hormuz und Basel

Der Goldpreis steigt auf ein 52-Wochen-Hoch, angetrieben durch geopolitische Unsicherheit und eine mögliche regulatorische Aufwertung nach Basel III. Analysten bleiben langfristig optimistisch.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Neues 52-Wochen-Hoch trotz stärkerem Dollar
  • Geopolitische Spannungen als kurzfristiger Treiber
  • Debatte um Gold als hochliquide Anlage (HQLA)
  • Langfristige Preisziele von Analysten bestätigt

Gold hat eine bemerkenswerte Woche hinter sich. Trotz eines stärkeren Dollars und steigender Anleiherenditen — beides klassische Gegenwind-Faktoren — kletterte der Preis auf ein neues 52-Wochen-Hoch. Das Edelmetall zeigt Widerstandsfähigkeit, die über kurzfristige Geopolitik hinausgeht.

Hormuz-Öffnung als Kurstreiber

Am Donnerstag legte Gold mehr als ein Prozent zu. Auslöser war die Nachricht, dass die Straße von Hormuz während eines zehntägigen Waffenstillstands offen bleibt. Der Ölpreis brach daraufhin um mehr als zehn Prozent ein. Weniger Inflationsdruck, weniger Druck auf die Zentralbanken — für Gold eigentlich ein gemischtes Signal.

Allerdings hielt US-Präsident Trump daran fest, die Seeblockade „in voller Stärke“ aufrechtzuerhalten. Eine dauerhafte Entspannung bleibt damit ungewiss. Gold schloss die Woche mit einem Plus von rund 0,8 Prozent — der vierte Wochengewinn in Folge. Der Kurs erreichte dabei 410,91 Euro, ein Anstieg von gut drei Prozent allein am Freitag und rund 20 Prozent über dem 52-Wochen-Tief vom März.

Strukturell stützt die anhaltende Nachfrage der Zentralbanken aus China, Indien und Russland den Preis. Sie kaufen weiter — unabhängig von kurzfristigen Marktbewegungen.

Basel III: Das unterschätzte Argument

Abseits der Schlagzeilen läuft eine Debatte, die den Goldmarkt langfristig verändern könnte. Der World Gold Council und die LBMA haben Ende März eine Initiative gestartet, um Gold als sogenanntes High-Quality Liquid Asset (HQLA) nach Basel III einzustufen. Konkret geht es um die Aufnahme in die Kategorie Level-1 — reserviert für die liquidesten Finanzanlagen überhaupt.

Aktuell trägt Gold einen RSF-Faktor von 85 Prozent und bleibt von regulatorischen Liquiditätspuffern ausgeschlossen. Eine Neueinstufung würde institutionellen Anlegern erlauben, Gold stärker in ihre Pflichtreserven einzurechnen. Die strukturelle Nachfrage könnte dadurch erheblich steigen.

Ausblick: PMI-Daten und Fed-Signale

Die LBMA-Märkte bleiben über das Osterwochenende geschlossen. Der nächste Handelstag ist Dienstag, der 21. April. Dann stehen in der laufenden Woche mehrere US-Makrodaten an: ADP-Beschäftigungsdaten am Dienstag, PMI-Zahlen und Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe am Donnerstag sowie der Inflationserwartungsbericht der Universität Michigan am Freitag.

Charttechnisch handelt Gold oberhalb des mittleren Bollinger-Bandes. Der RSI nähert sich dem überkauften Bereich, der MACD verliert an Schwung. Erste Unterstützung liegt beim Q1-Schlusskurs um 4.608 Dollar, darunter rückt die Zone um 4.538 Dollar ins Blickfeld.

State Street Global Advisors hält an einer Jahresendzielspanne von 4.750 bis 5.500 Dollar fest. Der LBMA-Konsens erwartet für 2026 einen Durchschnittspreis von knapp 4.742 Dollar — rund 38 Prozent über dem Vorjahresdurchschnitt. Sollte der erwartete neue Fed-Vorsitzende Warsh tatsächlich einen lockereren geldpolitischen Kurs einschlagen, dürfte das die nächste Aufwärtsbewegung beschleunigen.

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