Der Goldpreis hat sich nach einem Zwei-Monats-Tief erholt — und bekommt dabei unerwartete Schützenhilfe vom Terminmarkt. Zwei Impulse trafen am Freitag zusammen: sinkende Margin-Anforderungen an der CME und geopolitische Entspannungssignale aus dem Nahen Osten.
CME macht Futures-Handel günstiger
Die CME senkte die Initial Margin für COMEX-100-Gold-Futures. Für Standardprofile fiel die Anforderung von 6 auf 5 Prozent, für risikobehaftete Profile von 6,6 auf 5,5 Prozent. Die Änderung trat am 29. Mai in Kraft.
Das ist bereits die zweite Absenkung innerhalb von zwei Monaten. Niedrigere Margins binden weniger Kapital pro Kontrakt — das kann die Handelsaktivität am Futures-Markt beleben, ohne die physische Nachfrage zu berühren.
Geopolitik stützt, Inflation belastet
Den stärkeren Kursimpuls lieferte die Geopolitik. Berichte über eine mögliche Verlängerung der Feuerpause zwischen den USA und Iran trieben Gold am Freitag um rund 1,5 Prozent nach oben. Der Mechanismus: Die Hoffnung auf Entspannung drückte Ölpreise und Dollar. Ein schwächerer Dollar macht Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums günstiger.
Dagegen steht ein hartnäckiger makroökonomischer Gegenwind. Das Bureau of Economic Analysis meldete für April einen Anstieg des PCE-Preisindex um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Kernindex ohne Energie und Nahrungsmittel lag bei 3,3 Prozent. Hohe Inflation hält die Zinsdebatte am Laufen — und höhere Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten für Gold.
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Physische Nachfrage bleibt schwach
Das Fundament aus physischer Nachfrage gibt wenig Rückenwind. In Indien dämpfen hohe Preise und Importzölle die Kaufbereitschaft. In China verengten sich die Prämien bei vorsichtiger Stimmung.
Gold schloss am Freitag bei 4.596,60 US-Dollar je Feinunze — ein Plus von 1,53 Prozent auf Tagesbasis und rund 1,1 Prozent im Plus gegenüber dem Vormonat. Vom 52-Wochen-Hoch bei 5.450 US-Dollar trennen den Preis noch knapp 16 Prozent. Der RSI liegt mit 49,8 im neutralen Bereich, der 50-Tage-Durchschnitt bei 4.641 US-Dollar bleibt die nächste technische Hürde nach oben.
Gelingt es dem Preis, sich in der neuen Handelswoche oberhalb der 200-Tage-Linie zu behaupten, wäre das ein erstes technisches Signal dafür, dass die Erholung nach dem Tief vom Donnerstag mehr ist als eine kurzfristige Gegenbewegung.
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