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Gold: China kauft, Kasachstan bremst?

Chinesische Importe, Zentralbankkäufe und ETF-Zuflüsse stärken die Nachfrage; Kasachstan will den Goldanteil seiner Reserven reduzieren.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • China importierte über 1.000 Tonnen Gold
  • Chinesische Zentralbank stockte Reserven auf
  • Kasachstan plant einen geringeren Goldanteil
  • Gold-ETFs verzeichneten 67,3 Tonnen Zuflüsse

China stützt den Goldmarkt mit umfangreichen Importen und weiteren Zentralbankkäufen. Wie heute berichtet wurde, erhöhte die chinesische Zentralbank ihre Goldreserven im September um rund 23 Tonnen. Gleichzeitig plant Kasachstans Nationalbank eine Verringerung ihres Goldanteils. Für Anleger ergibt sich damit ein differenziertes Bild: Die physische Nachfrage erhält Unterstützung, doch nicht jede Notenbank baut ihre Bestände aus.

Chinas Importe reichen über Notenbankkäufe hinaus

Nach Angaben der chinesischen Zollbehörden importierte China in den ersten acht Monaten 2026 mehr als 1.000 Tonnen Gold im Wert von 158,8 Milliarden US-Dollar. CNBC berichtete darüber am Montag. Der Importwert übertraf bereits die Gesamtsumme des Vorjahres.

Die Bedeutung dieser Einfuhren geht über die Reservepolitik der Zentralbank hinaus. Sie umfassen auch Nachfrage außerhalb der Notenbank und liefern damit einen breiteren Beleg für das chinesische Kaufinteresse. Die Reserveaufstockung und die Importzahlen beschreiben unterschiedliche Teile der Nachfrage und dürfen nicht gleichgesetzt werden.

Auch die weltweiten Notenbankkäufe liefern Rückhalt. Der World Gold Council meldete am 7. Oktober für August Nettozukäufe von 39 Tonnen. Die gemeldeten Käufe seit Jahresbeginn beliefen sich auf 170 Tonnen. China, Usbekistan und Polen führten die Käufe an.

Kasachstan setzt einen Gegenakzent

Den Käufen steht ein geplanter Reserveumbau in Kasachstan gegenüber. Dabei geht es nicht um einen vollständigen Rückzug aus Gold, sondern um eine geringere Gewichtung innerhalb der Währungsreserven. Diese Unterscheidung ist für die Einordnung der Verkaufspläne entscheidend.

Medienberichten von gestern zufolge will die Nationalbank den Goldanteil bis Ende 2026 auf 75 Prozent senken. Bislang lag er bei 78 Prozent.

Laut Vizegouverneurin Aliya Moldabekova soll die Verringerung zur Hälfte über den Verkauf physischen Goldes und zur Hälfte über Optionen erfolgen. Damit lässt sich die angestrebte Anpassung nicht vollständig mit geplanten physischen Verkäufen gleichsetzen. Kasachstans Vorhaben relativiert zugleich das Bild einer durchgehend gleichgerichteten Nachfrage der Zentralbanken.

Fondsnachfrage ergänzt die physischen Käufe

Zusätzliche Unterstützung kommt von börsengehandelten Goldfonds. Der World Gold Council meldete am Montag für September Zuflüsse von 67,3 Tonnen in globale physisch besicherte Gold-ETFs. Ihr Gegenwert lag bei knapp 10 Milliarden US-Dollar.

Damit tragen neben chinesischen Importen und Notenbankkäufen auch Fondsanleger zur Nachfrage bei. Diese verschiedenen Käufergruppen bilden den fundamentalen Rückhalt des Marktes. Sie sind allerdings keine Garantie für steigende Preise.

Kurzfristig richtete sich der Blick der Anleger heute zugleich auf die US-Verbraucherpreisdaten für September und mögliche Hinweise zum Zinskurs der Federal Reserve. Für Gold stehen damit zwei Einflussgrößen nebeneinander: die belegten Käufe auf der Nachfrageseite und die zinspolitischen Erwartungen. Chinas Importe stärken die erste Seite; Kasachstans Reserveumbau mahnt zu einer differenzierten Betrachtung der Zentralbanknachfrage.

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Diskussion zu Gold

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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