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Symbolbild, KI-generiert

Gold: China kauft im 20. Monat

Trotz fallender Notierungen seit Jahresbeginn stocken Notenbanken weltweit ihre Goldreserven auf. China führt den Trend an.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Gold seit Jahresbeginn im Minus
  • Chinas Notenbank kauft 20. Monat in Folge
  • Geopolitische Spannungen stützen und belasten
  • Fed-Protokolle als nächster Impulsgeber

Gold notiert bei 4.116,50 US-Dollar, ein Plus von 0,71 Prozent zum Vortag. Der Blick auf die letzten Monate zeigt aber ein anderes Bild: Seit Jahresanfang steht ein Minus von 5,19 Prozent zu Buche, zum 50-Tage-Durchschnitt fehlen 5,91 Prozent. Während der Kurs schwächelt, kaufen Zentralbanken weltweit unbeirrt weiter. Dieser Widerspruch treibt aktuell die Debatte um die Zukunft des Edelmetalls an.

Nahost-Spannungen belasten und stützen zugleich

Die Lage an der Straße von Hormus bleibt angespannt. Berichte über US-Luftangriffe auf iranische Einrichtungen als Reaktion auf Schiffsangriffe haben die Nervosität erhöht. Die Eskalation steigert das Risiko für die globale Energieversorgung und nährt Inflationssorgen.

Normalerweise würde eine solche Krise Anleger in sichere Häfen treiben und den Goldpreis nach oben drücken. Diesmal ist das Bild uneinheitlich: Manche Marktbeobachter sahen tatsächlich eine Fluchtreaktion in Gold. Andere argumentieren, die Unsicherheit habe das Aufwärtspotenzial eher gedeckelt oder sogar zu Rückgängen geführt.

China kauft seit 20 Monaten in Folge

Der fundamentale Pfeiler bleibt die Nachfrage der Zentralbanken. Die People’s Bank of China erhöhte ihre Goldreserven im Juni bereits den 20. Monat in Folge. Der Zukauf von rund 480.000 Feinunzen markiert den stärksten Anstieg seit Oktober 2023.

Ein Survey des World Gold Council von Juni 2026 unterstreicht diesen Trend. 45 Prozent der befragten Zentralbanken planen, ihre Goldreserven binnen zwölf Monaten weiter aufzustocken – ein Rekordwert. Analysten werten die Käufe als Misstrauensvotum gegen Fiat-Währungen. Niedrigere Preise gelten für viele Notenbanken offenbar als Kaufgelegenheit.

Fed-Protokolle im Blick

Auf makroökonomischer Seite richten Anleger den Blick auf die Protokolle der jüngsten Fed-Sitzung. Sie könnten Hinweise auf den künftigen Zinspfad liefern. Zuletzt hatten schwache US-Arbeitsmarktdaten die Erwartungen an baldige Zinserhöhungen gedämpft und Gold zeitweise gestützt.

Ein stärkerer Dollar und steigende Anleiherenditen wirken dagegen belastend. Das zinslose Edelmetall verliert in einem Umfeld höherer Zinsen an Attraktivität. Genau dieses Spannungsfeld erklärt die aktuelle Range: Vom 52-Wochen-Hoch bei 5.626,80 US-Dollar trennen Gold noch 26,84 Prozent, zum 52-Wochen-Tief bei 3.901,30 US-Dollar sind es nur 5,52 Prozent.

Der RSI von 43 signalisiert weder überkaufte noch überverkaufte Bedingungen – ein neutraler Markt, der auf klare Signale wartet. Die anstehenden Fed-Protokolle dürften zeigen, ob die Zinserwartungen der Notenbank weiterhin Rückenwind für Gold liefern oder die Dollar-Stärke die Oberhand behält.

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